Chronik/Welt

Unwetter in Norditalien: Ein Todesopfer nahe Ravenna

Nach einer Phase starker Trockenheit, ist es in der Nacht auf Dienstag zu schweren Unwettern in Norditalien gekommen. Betroffen war vor allem die norditalienischen Region Emilia Romagna. Ein 80-jähriger Mann ist am Mittwoch in Castel Bolognese nahe der norditalienischen Adria-Hafenstadt Ravenna ums Leben gekommen, als er von den Wassermassen des über die Ufer getretenen Flusses Senio mitgerissen wurde.

Der Mann war Berichten zufolge mit seinem Fahrrad auf einer Straße unterwegs, die vorsorglich gesperrt worden war, und ertrank. Die Schulen in Castel Bolognese wurden vorsichtshalber geschlossen. 250 Personen wurden in der Provinz Ravenna wegen Überschwemmungen evakuiert.

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Zwei Menschen wurden Mittwochmittag noch in Fontanelice in der Provinz Bologna vermisst, wo ein Haus wegen des Unwetters eingestürzt ist. "Wir sind besonders besorgt, denn Bologna und seine Provinz sind von starkem Regen schwer belastet worden. Die Schäden sind groß", teilte der Bürgermeister von Bologna Matteo Lepore mit. Nachdem der Fluss Lamone über die Ufer trat wurde die Bevölkerung der Gemeinde Bagnacavallo nahe Ravenna aufgerufen, in die oberen Stockwerke der Häuser zu steigen.

Weil der Fluss Sillaro über die Ufer trat, mussten mehrere Familien zwischen den norditalienischen Gemeinden Imola und Massa Lombarda evakuiert werden. Die Feuerwehreinheiten retteten eine Person, die in ihrem Auto in einer Unterführung in Fiumana nahe der Stadt Forli eingeschlossen war, die aufgrund des schlechten Wetters überflutet wurde. Schwere Unwetter gab es auch in Ligurien und in der Toskana.

Bahnverkehr ausgesetzt

Wegen heftigen Niederschlägen wurde der Bahnverkehr am Mittwoch in mehreren Teilen der norditalienischen Region Emilia Romagna ausgesetzt. Betroffen waren auch die Verbindungen zur Hauptstadt der Region Bologna, wie die italienischen Staatsbahnen FS in einer Presseaussendung mitteilten. Die Aussetzung der Bahnverbindungen wurde wegen des Anstiegs der Pegel einiger Flüsse nach starken Regenfällen in der Emilia Romagna beschlossen. Vor Ort standen die Techniker der Bahnen in Kontakt mit der Präfektur und dem Zivilschutz.

Der Pegel des Po, dem längsten Fluss Italiens, ist in den letzten 24 Stunden unter dem Druck der Unwetterwelle um mehr als 1,5 Meter angestiegen. Auf dem Land stehen Acker-, Obst- und Weinbaukulturen unter Wasser, beklagte der Landwirtschaftsverband Coldiretti. Dabei wurden Schäden an Gebäuden sowie an Straßen gemeldet.