Chronik/Österreich

Die Leiden der Fußgänger: Jeder Dritte unzufrieden

Jeder dritte Fußgänger ist mit den Bedingungen zum Gehen im eigenen Wohnort unzufrieden. Das zeigt eine Umfrage von Jänner bis März 2013 unter 2.100 Personen des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ). Drei Viertel gaben dabei an, bereits von einem telefonierenden Autofahrer gefährdet worden zu sein, sieben von zehn Fußgänger beklagten zu hohes Tempo des Autoverkehrs. Die Befragten wünschten sich mehr verkehrsberuhigte Zonen sowie mehr Abkürzungen und Straßenübergänge, so der VCÖ in einer Aussendung.

Demnach wird etwa jeder fünfte Alltagsweg, beispielsweise zur Arbeit, zum Einkaufen oder ins Kino, zu Fuß gegangen. "Immerhin acht von zehn Österreicherinnen und Österreicher gehen im Alltag häufig zu Fuß. Dennoch ist unser Verkehrssystem nicht fußgängerfreundlich", so VCÖ-Expertin Bettina Urbanek.

Kein Kavaliersdelikt

Die Hauptkritikpunkte der Fußgänger: Sieben von zehn beklagen ein zu hohes Tempo des Autoverkehrs in ihrem Wohnort. Jede zweite Person gab an, dass es zu wenige Abkürzungen für Fußgänger gibt und vier von zehn sagen, dass es zu wenige Gehwege gibt. Als Problem wurden auch telefonierende Autofahrer genannt. "Leider fehlt in Österreich nach wie vor das Bewusstsein, dass Handy-Telefonieren beim Autolenken kein Kavaliersdelikt ist. Wer mit dem Handy telefoniert, reagiert so schlecht und langsam wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille", so Urbanek. Im Vorjahr hat die Exekutive laut VCÖ 148.594 beim Handy-Telefonieren am Steuer erwischt.

Abgefragt wurde auch, welche Maßnahmen von Fußgängern gewünscht werden. Am häufigsten - nämlich von 59 Prozent - wurden mehr verkehrsberuhigte Zonen genannt. 56 Prozent möchten mehr Übergänge bei größeren Straßen, um lange Umwege zu vermeiden. 54 Prozent sprachen sich für Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet aus und 52 Prozent wünschten breitere Gehwege im Ortsgebiet. Die Bereitschaft, mehr Wege im Alltag zu Fuß zurückzulegen ist vorhanden. Immerhin 37 Prozent möchten heuer mehr Alltagswege zu Fuß gehen als im Vorjahr.