Sexprozess gegen Sozialarbeiter
Von Daniel Voglhuber
Nicht schuldig bekannte sich am Montag ein ehemaliger Justizmitarbeiter am Landesgericht Linz, der als Sex-Täter unter Verdacht steht. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft wiegen schwer: Der 52-jährige Sozialarbeiter soll vier Frauen – ehemalige Häftlinge und Partnerinnen männlicher Insassen – teils mit Hilfe von K.o.-Tropfen vergewaltigt bzw. sexuell genötigt haben. Der Staatsanwalt weitete die Vorwürfe am Prozesstag aus. Der Mann soll auch einer Revierinspektorin bei einer Weihnachtsfeier ein Betäubungsmittel verabreicht und sie begrapscht haben.
„Die Staatsanwaltschaft hat sich schwer getan. Wir haben einen Beschuldigten, der lange ein erfahrenes Mitglied der Justizarbeit war“, sagte Gregor Schobesberger, der Vertreter der Anklage, über den bis dato unbescholtenen 52-Jährigen. Auf der anderen Seite gebe es die vorbestraften Opfer. Jedoch glaube er nicht, dass die Frauen – wie vom Sozialarbeiter angegeben – ein abgekartetes Spiel treiben würden. „Vier sind Freundinnen“, behauptete der Angeklagte, was vom Rechtsbeistand eines mutmaßlichen Opfers zurückgewiesen wurde. Schobesberger betonte auch, dass es viele Beweise wie DNA-Kontaktspuren am BH einer ehemaligen Insassin gebe.
Filmriss
Mit ihr habe sich der 52-Jährige im Herbst 2011 zum Abendessen getroffen. Weil er ihr eine Überraschung versprochen habe, sei sie nachher mit ihm in die Justizanstalt Linz gefahren, schilderte die Frau in den Einvernahmen. Dort hatte der 52-Jährige ein Zimmer reserviert. Gemeinsam hätten sie etwas getrunken. Danach könne sie sich an nichts mehr erinnern. Am nächsten Morgen sei das mutmaßliche Opfer nackt aufgewacht. Der Angeklagte sei neben ihr gelegen. Dann sei sie im Badezimmer auf Pipetten und Dosen mit einer Flüssigkeit gestoßen. Im Spital wurden in ihrem Blut und Harn K.o.-Tropfen gefunden.
Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe. Zwar sei er auf ein sexuelles Abenteuer aus gewesen, doch die Frau habe seine Avancen abgelehnt. „Dann hat sie gesagt, sie ist müde. Sie zog sich die Hose aus und legte sich schlafen“, verteidigte sich der Mann. Er habe ihr nur dabei zugesehen. Der Prozess wird heute, Dienstag, fortgesetzt.