Chronik/Oberösterreich

Lostag für den Linzer Westring

Das Warten scheint nun endgültig ein Ende zu haben. Das Verkehrsministerium wird den Bescheid über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den Linzer Westring kommenden Montag oder Dienstag bekannt gegeben. Sowohl Befürworter des Autobahnprojektes A26, als auch die Gegner sind mittlerweile davon überzeugt, dass das Ministerium grünes Licht geben wird.

"Wir gehen fix davon aus, dass der Bescheid positiv ist. Alles andere wäre reine Spekulation", sagt Asfinag-Sprecher Christoph Pollinger. Auch das Büro von Straßenbaureferent Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl (VP) wiegt sich bereits in Sicherheit. Da das 10.000 Seiten umfassende Gutachten – dieses regelt für die Asfinag, unter welchen Auflagen die A26 gebaut werden darf – bereits positiv war, werde in aller Regel auch der Bescheid positiv sein, heißt es. Das UVP-Verfahren an sich läuft bereits seit 2008.

Berufung vor Gericht

"Es war zu erwarten, dass der Bescheid mit Absicht wieder kurz vor den Ferien kommt, wo viele auf Urlaub sind", kritisiert Gerda Lenger, Klubobfrau der Grünen. Man werde das Papier jedenfalls mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen und in Berufung gehen. Lenger spricht von "offensichtlichen Tricksereien des Ministeriums".

18 Gegen-Gutachten

Auch die Plattform gegen den Westring wird den Entscheid nicht hinnehmen. "Die Bürgerinitiativen haben in den letzten Monaten 18 Gutachten vorgelegt. Alle waren negativ. Es ist schwer vorstellbar, dass das Ministerium alle inhaltlich behandeln konnte", sagt Plattform-Sprecher Alfred Jäger. Eine Berufung sei vorbereitet und wahrscheinlich an den Bundesverwaltungsgericht gehen.

Laut Hiesl und Asfinag soll mit dem Westring im Sommer 2015 begonnen werden. Die neue Strecke wird die Mühlkreis Autobahn (A7) beim Knoten Hummelhof mit der Rohrbacher Straße (B127) verbinden. Der Westring ist 4,7 Kilometer lang geplant, 3,8 davon sind unterirdisch geführt. Die Gesamtkosten inklusive der Baukostenindex-Entwicklung werden bis zum Jahr 2029 auf rund 646 Millionen Euro geschätzt.

Bis 2018 soll die Donaubrücke fertig sein, 2024 der 3,8 Kilometer lange Tunnel durch den Freinberg. Laut Asfinag werde die neue Strecke den Pendlerverkehr aus dem Mühlviertel entlasten und das Verkehrsaufkommen im Stadtgebiet um acht Prozent reduzieren. Um rund 60 Prozent soll sich die Verkehrsmenge auf der Waldeggstraße und auf der Nibelungenbrücke verringern.