Chronik/Niederösterreich

Wie Niederösterreicher Internet-Betrügern nicht ins Netz gehen

„Ihr Konto wurde gesperrt. Melden Sie sich hier an, um die Blockierung aufzuheben!“, „Wir konnten heute ein Paket nicht zustellen. Bitte besuchen Sie diesen Link.“ Nachrichten wie diese sind schon bei fast jedem eingetrudelt. Der Bereich der Internetkriminalität wächst schnell, wie auch die jüngste Kriminalstatistik NÖ zeigte: 2021 wurden 6.543 Fälle angezeigt, 24 Prozent mehr als noch im Jahr davor.

Während Kriminelle früher verstärkt per eMail ihre potenziellen Opfer kontaktierten, werden nun immer häufiger betrügerische SMS verschickt. „Die SMS gilt bei vielen als vertrauenswürdiger Kommunikationskanal“, erklärt Thorsten Behrens, Projektleiter der unabhängigen Infoplattform „Watchlist Internet“. Kriminelle würden mit Spam-SMS oft „unpassende, unkonzentrierte Momente“ ausnutzen und damit persönliche Daten abgreifen, Schadsoftware verbreiten oder Abo-Fallen stellen, so der Experte.

Keine Anhänge öffnen 

„Generell sollte man bei Erhalt einer Nachricht erstmal überlegen, ob sie überhaupt plausibel ist. Wer kein Paket erwartet, braucht sich nicht angesprochen zu fühlen. Wer unsicher ist, ob eine Nachricht echt ist, sollte keine Anhänge öffnen“, so Behrens.

Um Konsumenten vor Internetbetrügern zu schützen, setzt man seitens des Landes neben Aufklärung und Hilfe im Ernstfall vor allem auch auf rasche Information, wie Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl (SPÖ) weiß. „Wir tun alles, das in unserer Macht steht, um Konsumenten im Internet zu schützen“, betont Schnabl. Deshalb wurde die seit 2018 bestehende Kooperation mit Watchlist Internet nun verlängert.

Die Plattform betreibt auch eine App, wo aktuelle Neuigkeiten zu Betrugsmaschen geteilt werden und Hinweise auf Vorfälle eingemeldet werden können – im Vorjahr waren es knapp 13.500.

Hilfe im Ernstfall

Auch wenn man in eine betrügerische Falle getappt ist, wird dort Hilfe geboten. „Bei einem Datendiebstahl kann man nicht mehr viel machen. Wurden persönliche Daten für eine Straftat missbraucht, muss Anzeige bei der Polizei erstattet werden“, erklärt Experte Behrens. Ähnlich sollte man auch vorgehen, wenn finanzieller Schaden entstanden ist. „Wer Bank- und Kreditkartendaten eingegeben hat, sollte seine Bank wegen der weiteren Vorgehensweise kontaktieren“, so Behrens. Sollte Schadsoftware auf das Smartphone, etwa über das Installieren einer App, gelangt sein, hilft es, das Gerät neu aufzusetzen. Dafür sollte man Fachleute zur Rate ziehen.

Künftig sollte laut Behrens vor allem auch bei verdächtigen Nachrichten in Messenger-Diensten wie WhatsApp und Telegram, Acht gegeben werden. In sozialen Medien wie Facebook und Instagram läuft Kriminelles immer öfter über Werbung.