Chronik/Niederösterreich

"Fliegenplage" durch Bauernhof: Anrainer fordern Umwidmung

Von der Landwirtschaft der Familie Gramer gehe ein "enormer Gestank und eine unerträgliche Fliegenplage" aus. Werde die "Massentierhaltung" weiter betrieben, würde der Heurige zu Grunde gehen. Das sagt Familie Haimel, die am Nachbargrundstück einen Heurigen mit Frühstückspension betreibt. "Das ist alles nur Lug und Trug", sagt Landwirt Franz Gramer. Er lasse sich nicht "papierln".

Bisher kämpfte Familie Heiss-Haimel zwar mit allen Mitteln, aber allein gegen die Landwirtschaft des Nachbarn an. Jetzt unterstützen auch weitere Anrainer die Heurigenwirte. "Auch wir sind als Lebensmittelbetrieb in den Sommermonaten massiv von der Fliegenplage betroffen", sagt Heinrich Prokop, Chef der Gutscher Mühle in Traismauer. Dort werden Müsliriegel produziert, die in die ganze Welt exportiert werden. "Unsere Qualitätsmanager sind deutlich besorgt."

Prokop und weitere Anrainer unterstützen das Gesuch von Familie Haimel, das Grundstück von Familie Gramer von Bauland-Agrar, auf Bauland-Wohngebiet umzuwidmen. Damit müssten alle Tiere von der Landwirtschaft im Ort in Stallungen am Ortsrand übersiedelt werden. "Tatsache ist, dass das zum Zeitpunkt, als die Ställe am Ortsrand gebaut wurden, verabsäumt wurde", sagt Renate Haimel. Jetzt stehen Tiere an beiden Standorten.

"Nur freiwillig"

Aber eine Umwidmung auf Wunsch kann es laut Bürgermeister Herbert Pfeffer (SPÖ) nicht geben. "Ich kann nicht anlassbezogen umwidmen. Die Lösung ist, dass sich beide Familien an einen Tisch setzen und reden", sagt Pfeffer. Einzige andere Möglichkeit wäre, dass Landwirt Franz Gramer seine Tiere freiwillig in die Stallungen am Ortsrand übersiedelt. Doch der lehnt ab: "Freiwillig mache ich sicher nichts, die zeigen mich doch immer nur an", sagt Gramer. "Und wenn meine Viecher weg aus dem Ort sollen, dann müssen das alle anderen auch."

Bürgermeister Pfeffer hat einen Gesprächstermin vereinbart. Auch die Volksanwaltschaft prüft den Fall.