Chronik/Niederösterreich

Bei Straßenblockade kam Volksseele zum Kochen

Routiniert und ohne Staus ging die gestrige Dreistundensperre der Mauthausner Bundesstraße (B 123) aus Sicht der Behörden und der Polizei über die Bühne. Bei den 150 Teilnehmern der B-123-Blockade für eine Umfahrung der Orte Windpassing und Pyburg im Bezirk Amstetten kochten dagegen die Gemüter.

Alle Inhalte anzeigen

„Wir sind das letzte Eck von Niederösterreich. Immer vor Landtagswahlen wurde uns die Umfahrung versprochen“, sprach Bürgersprecher Herbert Pühringer die jüngste Enttäuschung an. Das Land hatte vor der Wahl die Ausschreibung für den zwölf Mio. teuren Bau gestartet und nachher wieder gestoppt. Wie berichtet, wurde einem Altbauern im Ausgedinge mit Rechten an einem Grundstück das Parteienrecht verwehrt. Er startete nun einen neuen Einspruchsmarathon bei Verwaltungs- und Verfassungsgerichtshof.

„Das Land hat Fehler gemacht, die Bürger müssen es ausbaden“, war der Grundtenor in allen Reden. Bitter beklagten die beiden SPÖ-Bürgermeister aus Ennsdorf und St. Pantaleon die Lage. Ennsdorfs Alfred Buchberger sah auch politische Motive als Grund, warum die seit 20 Jahren geforderte Umfahrung noch immer nicht da ist. SPÖ-Nationalrätin Königsberger-Ludwig zeigte sich solidarisch. Sie wolle das Gespräch mit Landeshauptmann Erwin Pröll suchen, versprach sie. ÖVP-Politiker waren nicht anwesend.

Alle Inhalte anzeigen

Exemplarisch für jene, die täglich unter der Lawine von 25.000 Autos leiden, meinte B-123-Anrainerin Silvia Hauser: „Es ist ganz einfach unerträglich. Entweder ist es Argwohn oder Dummheit, dass man uns nicht hilft.“ Leopold Grill sagte: „Lebensqualität gibt es bei uns keine.“ Alle unterschrieben Resolutionen an die Gerichtshöfe, mit der Bitte um schnelle Verfahrensabwicklung.