Chronik/Niederösterreich

Der "Gutscheinwirt" löst alles ein

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten. Zumindest für Wirt Andreas Plappert im mittelalterlichen Rothschildschloss in Waidhofen an der Ybbs. Für ihn werden jetzt die Tage nach dem großen Fest des Schenkens  besonders spannend. Mit der großen Ansage, „ich löse jeden Gutschein ein“, hat er im Mostviertel schon  vor Weihnachten für viel Aufsehen gesorgt.

„Was auf mich zukommt, weiß ich nicht“,  sagt der innovative Gastronom.  Als  „Aufsteiger des Jahres 2011“ in den Reihen der NÖ Wirtshauskultur machte er heuer bereits mehrfach von sich reden. Dass nun der  Titel „Narr des Jahres“ dazu kommen könnte,  befürchtet er aber nicht.  Die  angekündigte Aktion „Gutschein gegen gute Bewirtung“ habe für enormes Echo gesorgt, erzählt Plappert.  Welche ungeliebten Gutscheine in seinem Haus in eine gesellige Wirtshausrunde veredelt werden, kann er beim besten Willen nicht  erahnen. Damit ihm aber nicht  Wortbrüchigkeit vorgeworfen werden kann, hat er  auch genaue Spielregeln aufgestellt.

Aktion läuft an

Genommen werden Gutscheine vom 1. bis zum 14. Jänner. „Sie müssen innerhalb  der Bezirke Amstetten und Waidhofen einlösbar sein“,  verlangt Plappert.  Ein Schein muss zudem einen monetären Gegenwert repräsentieren und  außerdem eine Gültigkeit von mindestens sechs Monaten haben.  Zudem darf der Geschenkscheck den  Wert  von 200 Euro nicht übersteigen.

Aber um diese Summe  ist auf der gutbürgerlich bis extravagant gestalteten Speisenkarte schon einiges an Gaumenfreuden zu haben. Und im mittelalterlichen Kellergewölbe  der Schlosstaverne warten in der Vinothek edle Tropfen auf ihren Auftritt in den Tafelzimmern.

Der Wirt rechnet mit einer Gutscheinsumme von 5000 bis 10.000 Euro.  Egal ob Wertgutschein vom Kindermodenshop, von der Tankstelle oder vom Juwelier, Plappert will in den Geschäften nicht um die Rückerstattung der Geldsumme verhandeln, der Gastronom will tatsächlich so gut es geht Waren dafür erstehen. „Ich habe eine große Familie,  da ist über’s Jahr schon einiges an Konsumgütern notwendig“, sagt er.