Diese 3 Top-Lokale bieten lateinamerikanische Speisen in Wien
Lateinamerikanische Lokale boomen in Wien: Drei Küchenchefs über ihre Spezialitäten – und ausgewählte Gerichte zum Nachkochen.
Ob beim Super Bowl durch den Auftritt von Chartstürmer Bad Bunny oder bei den aktuellen Oscar-Nominierungen: Lateinamerika rückt kulturell stärker in den Fokus. Das betrifft auch die Gastro-Szene: 2025 wurde das peruanische Lokal „Maido“ in Lima sogar als bestes Restaurant der Welt ausgezeichnet. Auch in Wien setzen immer mehr Lokale auf lateinamerikanische Küche.
Der gebürtige Brasilianer Kias Burget sperrte sein Fine-Dining-Restaurant KIAS im sechsten Bezirk im Jahr 2020 auf. „Ich wollte den Österreichern Geschmäcker und Kombinationen aus der brasilianischen Küche näherbringen, die ihnen bislang unbekannt waren, also auch Gerichte von den Ur-Brasilianern und indigenen Völkern.“
Besondere Gerichte im KIAS in Wien
Dazu zählen etwa Speisen mit Maniok, einer in Südamerika weitverbreiteten Wurzelknolle. Sie schmeckt neutral bis leicht süßlich und kann frittiert, gekocht, gebraten oder gebacken gegessen werden (aber niemals roh). Zur Zeit der Eröffnung des Lokals bot KIAS noch eine griechisch-brasilianische Fusionsküche, inzwischen ist es ein rein brasilianisches Restaurant.
Heißgeliebt bei den Gästen ist die brasilianische Nationalspeise Moqueca (siehe Rezept unten), eine Art Fischeintopf, die Burget unterschiedlich serviert – als Mus, Pastagericht oder auf traditionelle Art.
Moqueca Baiana von KIAS
©Kias KitchenMoqueca Baiana von KIAS
Zutaten:
Für Gewürzpaste:
- 30 g Olivenöl
- 2 Chili
- 2 g Pfeffer
- 40 g Salz
- 2 g Kurkuma
- 4 g Cumin
- 20 g Knoblauch
Weitere Zutaten:
- 2 Paprika (gelb und rot)
- 1 rote Zwiebel
- 800 ml Kokosmilch
Für Sauté:
- 800 g Fischfilet (Lachsforelle oder Zander)
- 30 ml Dendê-Öl (oder Olivenöl)
- 3 Tomaten
- 50 g Jungzwiebel
- 1 rote Zwiebel
- 20 g Koriander
Zubereitung:
1. Gewürzpaste-Zutaten mixen. Zwiebeln, Paprika würfeln. Im Backofen 15 Min. bei 220 Grad rösten. Zusammen mit Kokosmilch pürieren. Jungzwiebel und Koriander hacken. Gewürzpaste in Öl sautieren.
2. Tomaten, Zwiebel, Koriander, Jungzwiebeln dazu, kurz anschweißen. Kokosmilch-Mix dazu, aufkochen. Fischfilets in Sauce, köcheln. Mit Koriander und Jungzwiebeln garnieren. Dazu Reis und geröstetes Maniokmehl (auch Farofa genannt).
Tipp: Den Fisch mit Salz, Zitronenzeste, Pfeffer, geriebenen Knoblauch und etwas Thymian servieren.
Dass südamerikanische Lokale hierzulande einen Aufschwung erleben, ist auch dem gebürtigen venezolanischen Küchenchef Eduardo Madrid vom Tinto in Alsergrund aufgefallen: „Als ich vor elf Jahren nach Wien gezogen bin, gab es nur sehr wenige Restaurants mit lateinamerikanischen Speisen.“
Käsestangen aus Venezuela im Tinto
Was er besonders vermisste, waren die sogenannten Tequeños – in Teig gewickelte Käsestangen, die es in Venezuela in verschiedenen Geschmäckern gibt. „In den USA sind sie längst ein Hit. Dort wird sogar auf den Leinwänden am Times Square dafür geworben.“ Diese Spezialität wollte Madrid auch den Wienern näherbringen – mit Erfolg: Der Snack wird in seinem Lokal – das 2023 seine Pforten öffnete – am meisten bestellt.
Die venezolanischen Tequeños gibt es im Tinto.
©Getty Images/iStockphoto/Proformabooks/iStockphotoMaisfladen aus Venezuela im Mi Barrio
Ebenso gefragt sind Madrids hausgemachte Arepas (siehe Rezept unten)– Maisfladen, die zum Beispiel mit gezupftem Rindfleisch und Edamer Käse oder mit frittierten Kochbananen und Avocado sowie schwarzem Bohnen-Eintopf gefüllt werden. Für das südamerikanische Restaurant Mi Barrio im sechsten Bezirk lief das Geschäft so gut, dass kürzlich ein zweiter Standort im 19. Bezirk (im ehemaligen Blaustern) aufgesperrt wurde. Das Angebot ist vielfältig: Es gibt kolumbianische, venezolanische, mexikanische sowie dominikanische Gerichte – „aber anders als man es vielleicht gewohnt ist“, sagt Küchenchef Jorge Alois Heigl.
Arepas vom Tinto
©TintoArepas vom Tinto
Zutaten:
- 250 g Maismehl
- 450 g lauwarmes Wasser
- 5 g Salz
Zubereitung:
1. Salz im lauwarmen Wasser auflösen.
2. Mehl langsam ins Wasser schütten, gut vermischen.
3. Teig in gleich große Portionen teilen, Kugeln formen (ca. 2 cm dick).
4. Kugeln in Öl bei mittlerer Hitze 5–7 Minuten goldbraun braten, bis sie beim Draufklopfen hohl sind.
Süß-salzige Maispalatschinken mit Käse
Als Beispiel nennt er den Burrito. Statt der klassischen Füllung kommt bei ihm Ropa Vieja, ein traditioneller kubanischer Rindfleischeintopf, in den Tortillafladen – ergänzt durch Guacamole und Käse. „Da trifft Kuba auf Mexiko“, erzählt er.
Weiters nennt er die „Cachapa con Queso de Mano“, süß-salzige Maispalatschinken mit geschmolzenem Käse (siehe Rezept unten) – ein Traditionsgericht aus Venezuela und Kolumbien. An Gerichten wie diesen zeigt sich die Vielfalt lateinamerikanischer Küche, die jetzt in Wien immer öfter auf den Tellern landet.
Cachapas vom Mi Barrio
©Mi BarrioCachapas vom Mi Barrio
Zutaten:
- 500 g Mais
- 60–80 ml Milch
- 1 Ei
- 2 EL Mais- oder Weizenmehl
- 1 EL Zucker
- 0,5 TL Salz
- 1–2 EL Butter
- Käse (z. B. Büffel-Mozzarella)
Zubereitung:
1. Mais, Ei, Milch, Mehl, Zucker und Salz mixen (pürieren, nicht glatt).
2. Pfanne erhitzen, leicht fetten. Kleine Kelle Teig in Pfanne geben, rund verstreichen (ca. 12–15 cm).
3. Wenden, 3–4 Min. bis goldbraun braten, nochmals 2–3 Min. braten.
4. Käse auf eine Hälfte legen, zusammenklappen und kurz in der Pfanne lassen, bis der Käse schmilzt.
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