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Tiercoach: Wenn Katzen unter Herzproblemen leiden

Katzen sind für viele Menschen Herzensangelegenheit. Mit ihrem Äußeren – Kulleraugen, Stupsnase, Pausbacken – lösen sie Beschützerinstinkte aus. Auch ihr Wesen berührt Katzenliebhaber: Die scharf bekrallten Samtpfoten gelten als soziale Einzelgänger. Haben sie das Bedürfnis nach Streicheleinheiten, schnurren sie sich in die Herzen ihrer Besitzer.

Am 8. August haben sie ihren großen Tag. Der Weltkatzentag will auf das Leid der Streuner und die Situation der bedrohten Wild- und Großkatzen aufmerksam machen. Auch die Haustiere stehen im Mittelpunkt. Schließlich geht es um ein Herz für alle Katzen.

Problem mit der Pumpe

„Katzen können an unterschiedlichsten Herzerkrankungen leiden“, sieht Zoodoc Katharina Reitl den Motor des Lebens aus medizinischer Sicht. Der KURIER-Tiercoach beschreibt das häufigste Problem mit der Pumpe und welche Genesungschancen Herzpatienten haben.

160 Schläge pro Minute

Ein Katzenherz bringt 10 bis 25 Gramm auf die Waage. Das muskuläre Hohlorgan schlägt tagein tagaus etwa 160 Mal in der Minute. Der Muskel pumpt das Blut, das bei Entspannung in die beiden Kammern strömt, bei Kontraktion wieder hinaus in den Kreislauf. „Verdickt sich der Herzmuskel, spricht man von einer hypertrophem Kardiomyopathie, kurz HCM“, sagt Reitl. Es ist die am häufigsten diagnostizierte Herzerkrankung, die Katzen im Laufe ihres Lebens entwickeln können.

Verdickter Muskel mit Folgen

„Das Hauptproblem ist nicht der Muskel an sich, sondern dass durch den verdickten Muskel in der Kammer kein Platz mehr für das Blut bleibt“, erklärt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Kann nur wenig Blut in die Kammer einfließen, staut es sich vor allem in den linken Vorhof und in die Lunge zurück. Es kommt zum Lungenödem und zu Wasser im Brustkorb. Durch die Vergrößerung des Vorhofs wiederum bilden sich Wirbel im Blutfluss und damit Tromben. Die Gerinnsel verstopfen die Blutbahnen.

Schwierige Diagnose

„Mit Abhören allein lässt sich die HCM oft nicht feststellen“, sagt Reitl. Einen Verdacht liefert meist ein Herz-Röntgen. Dann muss – genau so wie bei schlappen bzw. kurzatmigen Katzen – das Herz jedenfalls per Ultraschall vermessen werden. Denn hat der Patient einmal kalte Pfoten und schreit erbärmlich, besteht kaum noch Hoffnung. Für die Verdickung gibt es keine ursächliche Behandlung. Medikamente können nur die Entlastungsphase des Muskels unterstützen.

Genetische Veranlagung

„Risikogruppen sollten regelmäßig zur Gesundenuntersuchung“, betont denn der KURIER-Tiercoach. Betroffen von der genetischen Veranlagung sind vor allem Main Coon, Ragdoll, British und Europäisch Kurzhaar – „die ganz normale Hauskatze“.

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