Wissen/Gesundheit

Schwierige Lungen-OP bei einem Neugeborenen geglückt

Eine besondere Operation am Grazer Universitätsklinikum hat geklappt: Ärzte haben im April - während der Coronakrise - einem neugeborenen Mädchen einen krankhaften Lungenlappen entfernen müssen. "Noch nie zuvor wurde in Österreich eine solche Operation an einem so kleinen Baby durchgeführt", hieß es am Freitag in einer Aussendung des Klinikums. Die kleine Judith ist zwei Monate nach der OP wohlauf.

Das Mädchen war am 15. April mit einer Fehlbildung der Lunge geboren worden. Der linke Lappen war übersät mit Zysten, die auf das Herz und den anderen Lungenflügel drückten.

Normalerweise wird in solchen Fällen erst gegen Ende des ersten Lebensjahres eine Operation vorgenommen. Doch Judith ging es nach dem Kaiserschnitt bei Mama Stefanie zunehmend schlechter.

Durch eine Lungeninsuffizienz wurde eine künstliche Beatmung notwendig und eine sofortige Operation war unumgänglich.

Holger Till, Vorstand der Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie, entschied die OP durchzuführen, obwohl die Kleine nur einen Tag alt war und nur zwei Kilogramm wog.

Der zweistündige Eingriff erforderte viel Fingerspitzengefühl und sei im wahrsten Sinne des Wortes Millimeterarbeit. Die Operation verlief laut LKH sehr gut, trotzdem musste Judith danach noch einige Wochen intensiv betreut werden.

Ihr verbleibender Lungenflügel habe dank der Operation nun ausreichend Platz. Er soll bis zum vierten Lebensjahr seine normale Größe erreichen und die Atemfunktion vollständig übernehmen.

Am 2. Juni, sieben Wochen nach ihrer Geburt, durfte Judith das Krankenhaus verlassen. Gesund und, wie Till betonte, ohne zu erwartende Einschränkungen für ihr weiteres Leben.