Wirtschaft

OMV schielt auf Öl und Gas aus Abu Dhabi

OMV-Generaldirektor Rainer Seele lässt seinen Worten, in neue Ölfördergebiete in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu investieren, Taten folgen: Der teilstaatliche heimische Öl- und Gaskonzern unterzeichnete ein Abkommen zur Untersuchung bisher unerschlossener Offshore-Öl- und Gasfelder im Nordwesten Abu Dhabis. Vertragspartner sind die nationale Ölgesellschaft von Abu Dhabi, ADNOC, und die US-Ölgesellschaft Occidental. Die Vereinbarung wurde für vier Jahre abgeschlossen, teilte die OMV in einer Aussendung am Sonntag mit.

Das Emirat Abu Dhabi ist über seinen Staatsfonds IPIC(International Petroleum Investment Company) zu 24,9 Prozent an der OMV beteiligt. Während die IPIC für internationale Beteiligungen zuständig ist, konzentriert sich die ADNOC auf Projekte im Inland. Die OMV war bisher nur bei zwei kleineren Projekten als Partner dabei.

Seele kündigte bereits zu Jahresbeginn an, sich an der Erschließung neuer Bohrfelder in Abu Dhabi beteiligen zu wollen. Von allen sieben Emiraten hat Abu Dhabi die mit Abstand größten Ölreserven. Insgesamt liegen die Emirate mit Ölreserven von knapp 100 Mrd. Fass weltweit auf Platz sechs. "Diese Kooperation wird die bereits bestehende ausgezeichnete Partnerschaft mit ADNOC weiter stärken", kommentierte Seele das Abkommen.

Das Abkommen sieht Seismik-, Bohrkampagne- und Engineering-Studien im bisher unerschlossenen Block North West Abu Dhabi, inklusive dem Ghasha- und dem Hali-Areal vor. Dazu wird die OMV eigene Mitarbeiter zu ADNOC entsenden. Das Ghasha-Areal im Meer vor Abu Dhabi gilt als eines der größten unerschlossenen Gasfelder – aber auch als ein ökologisch sehr sensibles Gebiet, wo viele Seekühe und seltene Meeresschildkröten leben.

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