Wirtschaft

Einkommen: Fast jede zweite Frau unzufrieden

Nahezu jede zweite Frau ist mit ihrem Arbeitseinkommen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen unzufrieden. 42 Prozent der österreichischen Arbeitnehmerinnen fühlen sich beim Einkommen "gelegentlich" bis "sehr häufig" benachteiligt, geht aus einer aktuellen Befragung im Rahmen des Arbeitsklimaindex der Arbeiterkammer Oberösterreich hervor. Fast ein Drittel der Frauen hatte schon mit persönlichen Diskriminierungen oder Belästigungen zu kämpfen.

Jeder Dritte fühlt sich übergangen

Rund ein Drittel der befragten weiblichen Arbeitskräfte fühlt sich sich bei Beförderungen übergangen und 27 Prozent bei der Jobvergabe. Ein Viertel hat am Arbeitsplatz schon persönlich abfällige Bemerkungen erfahren. Acht Prozent haben persönlich körperliche Übergriffe und sexuelle Belästigung im Job erlebt. Nur jede zehnte befragte Frau meint hingegen, dass sich ihr Unternehmen für Gleichhandlung und gegen Diskriminierung einsetzt.

Handel

Bei der allgemeinen Einkommenszufriedenheit schneidet die Handelsbranche - dort sind 70 Prozent der Beschäftigten Frauen - im Vergleich zu anderen Branchen schlecht ab. Knapp die Hälfte der befragten Frauen und Männer sind zufrieden, nur acht Prozent sind sehr zufrieden. Im Bauwesen liegt die Zufriedenheit bei 62 Prozent, bei den Metaller und Elektrobranche bei 68 Prozent und im Finanzwesen bei 75 Prozent. Handelsbeschäftigte verdienen laut AK im Monat 1.125 Euro netto im Monat (Median). Der Handel liege damit bei den Gehältern deutlich hinter dem Großteil der anderen Branchen. Dies sei nur zum Teil auf eine höhere Teilzeitquote zurückzuführen.

"Berechnet man das monatliche Medianeinkommen teilzeitbereinigt nur für Vollzeitbeschäftigte, so liegen Beschäftigte im Handel immer noch um rund 300 Euro monatlich hinter den anderen Beschäftigten zurück", schreiben die AK-Experten. 70 Prozent der befragten Beschäftigten im Handel erklärten, mit ihrem Einkommen nicht oder nur knapp auszukommen.