Warum manche immer zu spät kommen

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Für chronisches Zuspätkommen haben Wissenschaftler Erklärungen gefunden.

Der Bus kam nicht, der Stau war nicht vorhersehbar – wer oft zu spät kommt, gibt gerne anderen Ereignissen die Schuld. Nun haben Wissenschaftler herausgefunden, was wirklich hinter chronischem Zuspätkommen steckt. Die Antwort dürfte die "late birds", die ständig Züge verpassen oder erst bei Feiern eintreffen, wenn sie schon längst begonnen haben, nicht erfreuen: Es liegt an ihnen. Und nicht an den Umständen.

Anderes Zeitgefühl

Paradoxerweise kommen chronische Zuspätkommer sogar dann zu spät, wenn sie wissen, dass sie pünktlich sein müssten. Dieser Menschentyp hat häufig ein anderes Zeitgefühl. So vergeht eine gefühlte Minute für pünktliche Menschen innerhalb von 58 Sekunden, für andere innerhalb von 77 Sekunden. "Diese Differenz von 18 Sekunden summiert sich mit der Zeit", erklärt Jeff Conte von der San Diego University. Dazu kommt: Wer sich ständig verspätet, schätzt die Dauer von Tätigkeiten generell falsch ein - und zwar um durchschnittlich 40 Prozent, haben Studien gezeigt.

Was die Wissenschaftler ebenso feststellten: Chronische Zuspätkommer sind meist auch Multitasker. Das bestätigen auch frühere Untersuchungen. Multitasking lenkt demnach eher davon ab, sich auf eine konkrete Sache oder Tätigkeit zu konzentrieren.

Pünktlicher werden

Die gute Nachricht: Durch kleine Veränderungen können diese Nebeneffekte der Zuspätkomm-Persönlichkeit positiv beeinflusst werden und Pünktlichkeit trainiert. Eine Studie aus dem Jahr 2012 zeigte, dass es den Betroffenen hilft, sich vor ihrem geistigen Auge die geplante Tätigkeit vorzustellen. Damit lässt sich die benötigte Zeit realistischer einschätzen. Und: Man sollte seine Unfähigkeit, pünktlich zu sein akzeptieren. Denn Akzeptanz sei der erste Schritt zu einer Veränderung.