Leben/Mode & Beauty

Neuer Star im US-Wahlkampf: Der Mann im roten Pulli

Bis vor wenigen Tagen habe er auf Twitter genau sieben Follower gehabt. Zwei davon seien seine Großmutter gewesen, die das Passwort ihres ersten Accounts vergessen hatte. Heute folgen Kenneth Bone 154.000 Nutzer. Zu verdanken hat er das seiner punktgenauen Frage an Hillary Clinton und Donald Trump - und seinem roten Pullover.

Am vergangenen Sonntag hatte das Publikum beim zweiten Aufeinandertreffen der US-Präsidentschaftskandidaten die Möglichkeit Fragen an diese zu stellen. Bone gehörte an diesem Abend zu jenen, die sich noch nicht entscheiden konnten, wen sie wählen werden. Seine Frage an Clinton und Trump: Welche Schritte wird die Energiepolitik unternehmen, um dem Bedarf an Energie gerecht zu werden, während man gleichzeitig umweltfreundlich bleibt und die Job-Verluste minimiert?

Plan B-Outfit wird zum Internet-Hit

Es war dieser Moment, der Kenneth Bone zum Star machte. Nicht nur seine gut durchdachte Frage machte ihn innerhalb von Sekunden zum Zuseher-Liebling, sondern auch sein nicht gerade unauffälliger roter Pullover. Die amerikanische GQ veröffentlichte prompt einen Artikel, in dem man verriet, wo das Strickteil zu kaufen sei. Es stellte sich heraus, dass das kuschelige Outfit von der US-Marke IZOD stammt und für knapp 43 USD (ca. 38 Euro) auf Amazon erhältlich ist.

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Um ein Haar wäre Kens Pullover, den seine Frau für ihn gekauft hatte, gar nicht zu Weltruhm aufgestiegen. Die Hosen seines Anzugs waren kurze Zeit zuvor beim Einsteigen ins Auto gerissen, wodurch er gezwungen war, auf ein anderes Outfit auszuweichen. Kurzerhand entschied er sich für eine kräftige Farbe: "Ich wusste, dass ich damit herausstechen werde", sagte er in einem seiner vielen Interviews, die er danach geben musste.

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Sogar CNN bat ihn in seiner Heimatstadt St. Louis vor die Kamera - auch bei diesem Termin trug er den roten Pullover. Von der Nachrichtensprecherin auf diese Wahl angesprochen, sagte er nur: "Wie hätte ich ihn nicht anziehen können?"

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Hillary Clinton hatte sich auf das Treffen (mehr dazu) mit Donald Trump am Montagabend akribisch vorbereitet - nicht nur inhaltlich. Zur ersten direkten Debatte erschien die 68-Jährige in einem feuerroten Anzug. Auf den ersten Blick eine eher ungewöhnliche Farbe für eine Politikerin, jedoch sehr bewusst gewählt, wie Stilberaterin Martina Forthuber weiß.

Wer hat hier die Hosen an?

"Clinton wollte an diesem Abend ganz klar mehr Power zeigen", sagt Forthuber im Gespräch mit dem KURIER. "Mit diesem Outfit wollte sie ihm mit seiner aggressiven Art keine Chance lassen. Sie wollte ihm vermitteln 'Stop! Hier komme ich'".

Rot könne laut der Stil-Expertin auch aggressiv wirken, das TV-Duell habe solch eine ausdrucksstarke Farbe jedoch erfordert. Auch beim Lippenstift griff die Präsidentschaftskandidatin zu Rot. "Clinton wollte, dass man sie hört. Mit dem Make-up unterstrich sie das optisch", weiß Forthuber.

Dass es auch bei diesem Auftritt kein Kostüm, sondern ein Hosenanzug wurde, sei laut der Expertin ein klares Signal von Sachlichkeit. "Sie kommuniziert mit so einem Outfit, dass sie diejenige ist, die hier die Hosen anhat." Mit diesem Look habe Clinton bei diesem wichtigen Termin alles richtig gemacht.

Auch Trump wollte sich (zumindest optisch) sachlich zeigen. Eigentlich ist der Republikaner für seine Vorliebe für rote Krawatten bekannt. "Dieses Mal hat er zu Blau gegriffen - eine Farbe, die mit Sicherheit und Sachlichkeit assoziiert wird."

Jedoch: Auf verbale Untergriffigkeiten wollte er dennoch nicht verzichten.

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