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Waltraut Haas: "Eine einzige Nacktszene"

Von Doris Day – vor drei Monaten 90 geworden – hieß es, sie sei (im Film wie im Leben) so prüde gewesen, dass sie Männern nicht einmal die kalte Schulter zeigte. Das amüsiert Waltraut Haas, vor genau sieben Tagen 87 geworden. Mit Hollywood verbindet sie zwar nur die gleichnamige Schaukel im lauschigen Gärtlein ihrer Hietzinger Villa, denn für eine US-Karriere hätte sie sich vor 60 Jahren "mein Naserl verkleinern lassen müssen, was ich strikt ablehnte – und wie recht ich damit hatte, bewies wenig später die Sophia Loren".

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Aber mit dem direkten Vergleich zur eingangs erwähnten Sauberfrau liegt man nicht so falsch. "Ich wurde zeitlebens als österreichische Antwort auf die Day betrachtet", wirft sich "Hasi" mit koketter Ironie in Pose. Und gesteht Ungeahntes & Ungeheuerliches: "Ich galt als unnahbar, als unangreifbar, aber es gibt eine einzige Nacktszene." Wie bitte? Das "Mariandl" aus dem "Hofrat Geiger" (mit ihrem SchutzpatronHans Moser, 1947), die resch-resolute Wirtin vom "Weißen Rößl" (mitPeter Alexander, 1960), diese brave blonde Bürgerliche aus knapp 70 (gekonnten) Klamotten des Nachkriegs-kinos – völlig hüllenlos?
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"Na ja, nur obenrum", flüstert Haas, "also barbusig. Das hätte einen Skandal gegeben, frage nicht!"

Ich frage schon: Wieso hätte? "Weil diese Szene, so wie der ganze Film, leider nie das Licht der Öffentlichkeit erblickte."

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Leinwand-HaudegenErrol Flynn( 1959) war als Produzent und Regisseur mitten im Dreh – zu einer wüsten "Wilhelm Tell"-Blutoper in den Schweizer Alpen – das Geld ausgegangen. So beschlagnahmtenGläubiger alles: Kamera, Licht, sogar sein Privatauto. Haas eilte mit der Crew nach Rom, in der Hoffnung auf neue Financiers. Der ägyptische Öl-PrinzFaruk( 1965) wollte nur dann etwas locker machen, wenn sie sich für ihn locker gemacht hätte.

Haas: "Er deutete auf mich und sagte: ,This Girl I want to come with me‘ – als ich mich weigerte und abreiste, waren alle anderen bitterbös’ auf mich."

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67 Jahre im G’schäft – nächste Station: Theater! "Hofrat Geiger" mit SohnMarcus Strahl, ab 30. 7., Teisenhofer Hof. Da wird sie allabendlich eine Stunde mühsam geschminkt – um alt genug auszusehen.