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Trennung Pitt - Jolie: "Das ist das Ende einer Ära"

"Angelina war für ihn zu komplex. Er ist ein einfacher Kerl", soll Jennifer Aniston (47) gesagt haben, als sie von der bevorstehenden Scheidung erfuhr. Und: "Ja, das ist Karma!" Diese kleine Genugtuung sei ihr vergönnt, schließlich wurde sie 2005 von Brad Pitt für Angelina Jolie verlassen.

Völlig überrascht gab sich auch Brad Pitts ehemals engster Freund George Clooney beim UN-Kongress in New York: "Was ist passiert?", fragte Clooney den CNN-Reporter. Als dieser ihm von der Trennung erzählte, platzte es aus ihm heraus: "Das wusste ich nicht. Wow! Das tut mir wirklich leid für die beiden. Das ist eine traurige Sache und sehr bedauerlich für die Familie. Es tut mir leid, so etwas zu hören."

Die britische Sängerin Adele widmete dem ehemaligen Hollywood-Traumpaar, den vielleicht schönsten Menschen der Welt neben den Clooneys, Dienstagabend gleich ihre Show in New York. Sie sei "wirklich, wirklich traurig".

Adeles Widmung

Adele sagte dann, was viele denken: "Ich mag keinen Klatsch und Privates sollte privat bleiben, aber das ist das Ende einer Ära, deshalb widme ich ihnen diese Show."

Selbst in Madame Tussauds Londoner Wachsfigurenkabinett wurde das Paar auseinander gestellt. Der 30-jährige britische Schauspieler Robert Pattinson steht jetzt zwischen ihnen.

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Brangelinas Haus mit Park in den Hollywood Hills wird von Kamerateams belagert. Brad Pitt, der angeblich erst am Sonntag über die Scheidungsabsichten seiner Frau informiert wurde, sagte in seinem kurzen Statement: "Ich bin sehr traurig, aber am wichtigsten ist jetzt das Wohlbefinden unserer Kinder. Ich bitte darum, ihnen den Raum zu geben, den sie brauchen, in dieser schwierigen Zeit." Von der Absicht seiner Frau, das alleinige Sorgerecht für die Kinder zu beantragen, sei er "geschockt" gewesen. Er habe eigentlich gehofft, die Trennung "wie Erwachsene" zu handhaben.

Die beste Anwältin

Angelina Jolie will sich öffentlich nicht äußern. Sie hat sich die beste Scheidungsanwältin von Los Angeles genommen: Laura Allison Wasser, 48, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern von zwei Vätern. In L. A. wird sie als "Pitbull" bezeichnet. Die Kanzlei hat ihr Vater aufgebaut, der seiner Tochter den Beruf quasi in die Wiege legte mit den Initialen ihres Namens, LAW (Gesetz). Wasser "bezweifelt, dass die Menschen für ein ganzes Leben zusammenpassen oder monogam sein müssen". Für sie persönlich käme die Ehe nicht infrage: "Das ist ein vom Staat kontrollierter Vertrag, und ich möchte nicht, dass der Staat Kontrolle über meine persönlichen Angelegenheiten hat."

Angelina Jolie hat mit Laura Wasser gute Erfahrungen gemacht, als sie sich 2003 von Billy Bob Thornton trennte. Nun soll Wasser ihre dritte Ehe beenden. Als Brad Pitt bei den Dreharbeiten zu "Allied" Marion Cotillard nähergekommen sein soll, hätte Jolie einen Privatdetektiv engagiert, behauptet die Gerüchteküche.

Mrs. Perfect

Jolie kriegt normalerweise, was sie will. Mut hat sie ohne Ende. Als sie sich 2013 in der New York Times outete, dass sie sich wegen eines erhöhten Krebsrisikos ihre Brüste amputieren hatte lassen, wurde das heftig diskutiert.

Mrs. Perfect soll auch Brad Pitt arg unter Druck gebracht haben. Er hätte getrunken, geraucht, gebrüllt.

Doch selten ist ein Paar dem Ideal der Liebe so nahe gekommen. Mit drei eigenen und drei adoptierten Kindern haben die beiden hohe Maßstäbe für moderne Familien gelegt. Und dazu konnten sie der Welt vermitteln, die Welt retten zu wollen. Pitt und Jolie engagierten sich für Flüchtlinge und Kinder. Jolie wurde UNO-Sonderbotschafterin. Erst vor zwei Jahren feierten sie auf ihrem Weingut in Südfrankreich Hochzeit.

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"Warum?? Warum?? Warum??" Die Nachricht einer Twitter-Nutzerin kurz nach Bekanntwerden der Trennung ist bezeichnend für die Gefühle vieler Brangelina-Fans. Seit Dienstag sind die sozialen Netzwerke voll mit Postings zum einstigen Traumpaar. Internationale Medien behandelten die Nachricht als "Breaking News", die kurzzeitig sogar den Syrien-Krieg und den UN-Flüchtlingsgipfel aus den Schlagzeilen drängte.

Auf Twitter reagierten viele bestürzt: "Wenn Angelina und Brads Liebe nicht halten konnte, kann ich’s auch gleich aufgeben", schrieb ein Mann resignierend. Und eine Frau twitterte: "Ich glaube an gar nichts mehr." Selbst skandalerprobte Hollywoodstars trauerten öffentlich. "Brad und Angelina. Wie soll ich heute bloß arbeiten gehen?", fragte sich US-Supermodel Chrissy Teigen. Sängerin Adele sprach gar vom "Ende einer Ära" (siehe oben).

Modernes Märchen

Der Berliner Medienpsychologe Jo Groebel hat die emotionalen Reaktionen auf die Trennung des Jahres mitverfolgt. Wirklich überrascht haben sie ihn nicht. "Erstens klammern sich Menschen gerne an Stars, an Vorbilder. Zweitens verkörperten Brangelina mehrere Hoffnungen der Menschen: eine harmonische Beziehung, ein Leben in Glanz und Schönheit, dazu noch ein Patchwork-Idyll, das unterschiedliche Kulturen vereint. Da zerplatzen gleich mehrere Illusionen." Es war, so fasst es der Promi-Experte zusammen, einfach zu schön, um wahr zu sein. Groebel weiß, wovon er spricht: Als Pitt längere Zeit wegen Dreharbeiten in Berlin weilte, erlebte er die beiden einige Male als Paar – privat, fernab der Kameras. "Sie saßen öfter zu zweit in Restaurants und gingen dabei sehr liebevoll miteinander um. Das war keine PR-Nummer, wie sie Filmstars gerne unterstellt wird."

Das dürften auch die Fans, die Brad Pitt und Angelina Jolie nur aus dem Kino oder Klatschmagazin kennen, gespürt haben – was die Enttäuschung gleich doppelt so groß macht. Groebel: "Ihr gemeinsames Leben über die Medien zu verfolgen, war, als würde man ein modernes Märchen lesen. Das kann auf vielen Ebenen tröstlich sein." Der Psychologe bezeichnet Brangelina gar als "Leuchtturm einer Hoffnung in einer Welt, die viele als immer schrecklicher empfinden": "Jetzt gibt es wieder eine Illusion weniger."

Die Wiener Psychologin Dunja Radler, die in ihrer Praxis u. a. Menschen mit Beziehungsproblemen berät, sieht das ähnlich. "Zwei wunderschöne Weltstars finden zueinander und zeigen, dass selbst in der oberflächlichen Glamourwelt wahre Liebe bestehen kann. Beide waren Draufgänger, doch die Liebe hat sie gezähmt. Alles wirkte perfekt, die Kinder, das humanitäre Engagement. Dazu die Brustamputation – dieses Paar schaffte einfach alles." Sie seien der Beweis gewesen, dass die wahre, allen Widrigkeiten trotzende Liebe existiert. Und diesen Beweis gibt es jetzt nicht mehr.

Humor statt Trauer

Nicht jeder Social-Media-User verfiel ob der Promi-Trennung in Schockstarre. Wer keine Trauer äußerte, machte sich über die mediale Omnipräsenz lustig: "Aus Respekt vor Brangelina-Trennung: Trump und Clinton unterbrechen Wahlkampf", titelte das Satiremagazin Der Postillon. Andere witzelten über die Tatsache, dass Sechsfach-Mutter Jolie die Scheidung just am Weltkindertag eingereicht habe.

Filmstar Susan Sarandon forderte den Fernsehsender CNN via Twitter auf, statt Brangelina lieber über Terrence Crutcher zu berichten – jenen unbewaffneten Afroamerikaner, der kürzlich von Polizisten erschossen wurde. Dazu schrieb sie nur ein Wort: "Prioritäten".