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Wie Musikerin Shania Twain Bon Jovi in schweren Zeiten beistand

Jon Bon Jovi hatte das Ende seiner Karriere schon vor Augen. Vor einigen Jahren traten beim Sänger auf einmal Stimmprobleme auf. Er hatte Schwierigkeiten beim Singen und musste nach einigen durchwachsenen Auftritten harte Kritik einstecken. 

Im Jahr 2022 unterzog sich Bon Jovi schließlich einer Stimmband-Operation, von der er sich immer noch erholt. Für die Doku-Serie "Thank You, Goodnight: The Bon Jovi Story" (seit 26. April auf Disney+) ließ der 62-Jährige sich bei dem schwierigen Prozess begleiten, während er mit Bandkollegen und Weggefährten auf seine mehr als 40-jährige Karriere zurückblickt.

Frontmann kämpft mit den Tränen

Die vierteilige Serie gibt ungewohnt persönliche Einblicke in Jon Bon Jovis Leben. Regisseur Gotham Chopra begleitet den Musiker zum Beispiel mit der Kamera, als der sich bei Stimm- und Gesangsübungen abkämpft. Das Publikum hört, dass er gesanglich meilenweit von seiner einstigen Qualität entfernt ist. In einer Szene kämpft Bon Jovi mit den Tränen. So verletzlich kannte man den Sänger von Rockklassikern wie "Living On A Prayer", "Bad Medicine" oder "It's My Life" bisher nicht.

"Als ich das durchgemacht habe, hat Gotham vorgeschlagen, dass wir das zeigen", sagt Bon Jovi im Interview der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in London. "Und ich hatte keine Angst davor, weil wir hier einfach nur die Wahrheit erzählen. Ob es positiv oder negativ wahrgenommen wird, war mir egal. Es war die Wahrheit."

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Twain hatte denselben Arzt

Eine Kollegin stand dem Musiker in diesen schweren Zeiten bei: Sängerin Shania Twain. "Sie war meine Schwester im Geiste in dieser Sache", verriet Bon Jovi dem US-Magazin People. Twain habe vor ein paar Jahren "denselben Arzt" und "die gleiche Operation" hinter sich gebracht. "Ich habe das nur herausgefunden, weil sie in der Presse darüber berichtet hat", schilderte Bon Jovi.  "Sie hat mir nicht nur versichert, dass alles wieder gut wird, sondern ich glaube, sie hat mich auch ein wenig veräppelt, weil sie meinte, dass ich viel früher wieder der Alte sein würde, als ich es war." Aus Sorge, dass er einen Rückzieher machen könnte, habe Twain die Dinge etwas heruntergespielt. "Und so konnte ich es nicht erwarten, operiert zu werden", so Bon Jovi.

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Auch Richie Sambora kommt zu Wort

Ohnehin sei es ihm bei der neuen Doku nicht um Selbstlob gegangen, versichert der Musiker aus der Kleinstadt Perth Amboy im US-Bundesstaat New Jersey. Wie bei solchen Projekten üblich, gibt es das zwar auch, wenn es um die großen Erfolge geht, aber immerhin werden auch Schattenseiten gezeigt. "Wir wollten die ganze Geschichte erzählen, damit die Menschen daran teilhaben konnten. Denn es waren so viele Menschen daran beteiligt", so Bon Jovi zur dpa.

Neben seinen derzeitigen Bandkollegen, allen voran David Bryan und Tico Torres, kommt Ex-Gitarrist Richie Sambora zu Wort, dessen Ausstieg Jon Bon Jovi offenbar nie verwunden hat. Auch der frühere Manager Doc McGhee erläutert seine Sicht der Dinge. Erinnerungen an die Vergangenheit sind eben auch subjektiv. Grundsätzlich dreht sich "Thank You, Goodnight" aber in erster Linie um Jon Bon Jovi und erst in zweiter Instanz um seine Band.

Mit Sambora verstehe er sich trotz der Trennung gut, betont der Bandleader. "Es gab keinen Streit." Die ersten Folgen hätten die beiden sogar gemeinsam bei ihm zu Hause angeschaut. "Er musste viel bewältigen, Drogenprobleme, emotionale Dinge oder die Rolle als alleinerziehender Vater", sagt der Sänger über den Gitarristen. "Es gab viele Herausforderungen, denen er sich stellen musste. Letztlich hat er die Band verlassen." Sambora habe maßgeblichen Anteil am Erfolg. "Warum sollte es also Feindseligkeit geben?"

Unermüdlicher Wille zum Erfolg

Es ist kein Zufall, dass „Thank You, Goodnight“ jetzt erscheint, denn Bon Jovi, die Band, feiert in diesem Jahr ein 40. Jubiläum. Das Debütalbum erschien im Januar 1984. Zuvor hatte sich John Francis Bongiovi Jr., so sein eigentlicher Name, jahrelang in der Clubszene von New Jersey die Sporen verdient. "Es gab nie einen Plan B“, betont er in einer Szene. Dass er es geschafft habe, ist laut Jon Bon Jovi vor allem das Ergebnis harter Arbeit und unermüdlichen Willens. "Es gab sicherlich talentiertere Jungs, die man in jeder Eckkneipe finden konnte", sagt er im dpa-Gespräch. Doch nicht alle hätten die nötige Arbeitseinstellung gehabt. "Ich habe mich 40 Jahre voll drauf konzentriert, es zu schaffen, nicht einmal, sondern immer und immer wieder."