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"Lederhosen-Zombies": Gabalier schießt doch zurück

Etwas verspätet aber doch: Andreas Gabalier wehrt sich nun via Facebook gegen die Aussagen von EAV-Frontmann Klaus Eberhartinger und den Text im neuen Lied "Lederhosen-Zombies mit Trachtenhaar". Der selbsternannte "Volks Rock 'n' Roller" macht seinem Ärger Luft:

"Ich lasse es ganz bestimmt nicht zu dass man mehr als eine halbe Million begeisterte Fans alleine auf fb als "Unkultur" in den Nachrichten darstellt die sich sowieso nur ins Dirndl und in die Lederhose stecken um sich bei den Konzerten ins "Koma zu saufen"! Und schon gar nicht als "bedenkliche Entwicklung" mit "Applaus aus der falschen Ecke" die es in in Österreich schon einmal gegeben hat! DAS lässt sich keiner gefallen !!!"

Die Aussagen, dass Trachtenfeste zum Koma saufen missbraucht werden, hat Eberhartinger schon vor zwei Wochen getätigt (siehe KURIER-Interview unten). Damals meinte der Lederhosen-Fan noch, die ganze Geschichte sei ihm "egal".

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Die bissige Kulttruppe EAV ersucht in dem Satire-Songs die "Lederhosen-Zombies mit Trachtenhaar" ModezarKarl Lagerfeld: "Greif einmal noch zur Schere / Beende diesen Spuk / Und erstich damit den Trachtenlook." Womit (zumindest laut Boulevardpresse) der "Trachtenkrieg" um "Volksrock ’n’ Roller" & Lederhosen-IkoneAndreas Gabalier(30) perfekt ist. EAV-FrontmanKlaus Eberhartinger (64) spricht im KURIER-Interview über Tracht und Zwietracht.

KURIER: Mit welchen Reaktionen sind Sie seit Veröffentlichung des Textes von "Lederhosen-Zombie" konfrontiert?

Klaus Eberhartinger: Mit ganz schrecklichen: von "Rotfunk" bis "Ihr Links-Linken hauts euch mit der Conchita-Transe über die Häuser". Da weiß man gleich, aus welchem Eck die Entrüstung kommt. Aber so was adelt einen nur, wenn man von solchen Leuten kritisiert wird.

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Sie greifen den Trachtenboom und Andreas Gabalier an ...

Das Lied ist in keinster Weise ein Frontalangriff auf Andreas Gabalier. Er hat sein Publikum und das ist völlig legitim. Erfolg braucht man ihm keinen zu wünschen, den hat er. In "Lederhosen-Zombies" geht es um den Trend der Trachtenuniformierung. Wobei wir von der EAV sehr gerne privat Tracht tragen, wenn es passt. Aber wenn Tracht plötzlich mit einem Wertesystem gekoppelt wird, das sehr nationalistisch eingefärbt ist, dann ist das etwas anderes.

Wann ist das der Fall?

Gott sei Dank noch selten – noch! Aber wenn zum Beispiel das Oktoberfest als Verkleidungsanlass genommen wird, um sich möglichst ungehemmt aufzuführen und ins Koma zu saufen, ist das schon sehr eigenartig. Weil sich ja auf diesen Trend mitunter Leute aus dem rechten Eck setzen. Das darf man angreifen, finde ich.

Sehen Sie Gabalier in dem Eck?

Nein. Es gibt in unserem Song auch nur den einen Satz "Hat irgendwer a Liad für mi", weil Gabalier den Trachtenboom vor sich herträgt und gnadenlos vermarktet. So lange das Leute wollen, sei ihm das nicht genommen. Er muss nur aufpassen, weil er auch aus dem rechten Lager viel Applaus bekommt. Die EAV würde das zum Beispiel stören und auf solche Fans lieber verzichten. Und die Bundeshymnendebatte steht sowieso auf einem anderen Blatt.

Nämlich welchem?

Ich bin auch kein Freund vom Umtexten, aber, dass sich Österreich eine Hymne erlaubt, in der nur Söhne besungen werden, ist grotesk. Als "Rock ’n’ Roller", wie er sich nennt, sollte sich Gabalier gegen, nicht für die Konservierung völlig überholter Werte einsetzen. Aber noch einmal: Mit dem Andi persönlich habe ich kein Problem.

Ihr Album hat einen Shitstorm ausgelöst – haben Sie Angst vor noch aggressiverem Gegenwind?

Nicht wegen "Lederhosen-Zombie". Aber es gibt einen Song, in dem wir Islamisten sehr böse aufs Korn nehmen. Das ist schon gefährlich. Aber wir haben bereits als junge EAV Morddrohungen von Neo-Nazis bekommen und den langen Arm der katholischen Kirche gespürt – wir sind also Gegenwind gewöhnt.

Freuen Sie sich, dass Ihr Album für Aufregung sorgt?

Uns geht es nicht um PR, sondern um Unterhaltung mit Haltung. Und da gibt es leider im Moment sehr viele Themen, die man aufgreifen kann und meiner Ansicht nach auch kritisieren darf. Auch Andreas Gabalier ist keine heilige Kuh, deren Weide man nicht antasten darf.

Sie moderieren ja seit Jahren die "Dancing Stars" – machen Sie sich mit dem bissigen Album beim Publikum und damit auch beim ORF nicht unbeliebt?

Wenn der ORF nur Leute braucht, die aalglatt sind und keine Meinung haben, dann vielleicht. Aber so schätze ich den ORF nicht ein.