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Die seelenverwandten Musiker

Aus Basel ruft die viel beschäftigte Mezzosopranistin an: „Ich fliege weiter nach Amsterdam. Dann bin ich in Manchester mit Dirigent HK Gruber und Tenor Ian Bostridge, mit ihnen trete ich auch am 18. März im Wiener Konzerthaus auf“, sprudelt Angelika Kirchschlager – fröhlich wie immer – ins Telefon.

In dieser Woche wird auch ihr jüngstes Projekt in Wien vorgestellt. „Liedestoll“ heißt die Konzert-Tournee, die sie im November mit dem bayrischen Liedersänger Konstantin Wecker starten wird – eine Mischung aus seinen Songs und klassischen Liedern von Schubert bis Schumann.

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„Wir waren gerade mit dem Spring Strings Quartett und dem PianistenJo Barnikel in der Toskana“, erzählt die 47-Jährige. „Eine Woche haben wir gesucht und gefunden, einfach alles ausprobiert. Es ist interessant, wie gut sich das mischt. Manchmal erkennt man den Unterschied zwischen Schubert und Wecker gar nicht mehr. Die Grenzen verschwimmen“, sagt die Mutter eines 17-jährigen Sohnes.

Mag der Wecker auch noch so politisch tönen, seine Herkunft hat er nie vergessen. Als Sohn eines Opernsängers wuchs er mit dem Volks- und Kunstlied auf. Mit 12 Jahren vertonte er bereits einen Eichendorff-Text, später nahm er klassischen Gesangsunterricht.

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„Seit meinem 16. Lebensjahr bin ich ein Fan von Wecker“, sagt Kirchschlager. Vor zwei Jahren bekam sie eine Einladung zu einer CD-Präsentation von Wecker. „Ich bin hingegangen, um ihn einmal kennenzulernen. Wir haben angefangen zu quatschen und nach zwei Stunden war klar, dass wir viel gemeinsam haben und das Gleiche wollen.“ An diesem Abend entstand auch die Idee zur Zusammenarbeit. „Er kommt aus der Klassik und ich bin auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen. Das trifft sich gut“, sagt sie.

Was ist das Besondere an der Kombination Wecker-Kirchschlager? „Es zeigt sich, wenn zwei Herzen in dieselbe Richtung schlagen, dass es völlig egal ist, wie sich jeder ausdrückt, man versteht sich trotzdem.“ Die Künstler sind Seelenverwandte. Ihr Programm ist ein Plädoyer für das Lied. Der Bogen wird vom „Heideröslein“ bis zum „Liebesflug“, von den „Stürmischen Zeiten“ bis zum „Erlkönig“ gespannt. Das Duo wird Hardcore- bis Klassik-Fans begeistern, ist Wecker überzeugt. „Für jemanden, der so leidenschaftlich Kunst betreibt wie Angelika und ich, ist es natürlich auch immer wichtig, dass wir es in Publikumsschichten hineintragen können, die das normalerweise gar nicht hören würden.“

INFO:
„Liedestoll“: 27. 11. 2013, Wien, Konzerthaus. 28. 11. 2013, Graz, Musikverein. 30. 11. 2013, Linz, Brucknerhaus.