Sport/Wintersport

Franz und Kröll fahren aufs Podest

Klaus Kröll staunte, und Max Franz staunte um nichts weniger. 21 Fahrer hatten die Abfahrt in Lake Louise soeben absolviert, und auch nach Abfahrtsweltcupsieger Klaus Kröll stand noch Max Franz’ Name an erster Stelle. Zwei Hundertstelsekunden hatten Kröll, dem 32-jährigen Steirer, auf Franz, den 23-jährigen Kärntner, gefehlt. Für beide ein Grund zu großer Zufriedenheit, denn Kröll hatte nach seinem Fußwurzelknochenbruch ja das Gros der Vorbereitung verpasst.

„Vor zwei Wochen war ich noch zwei Sekunden hinter meinen Kollegen zurück, das ist einfach der Hammer“, sagte Kröll und bedankte sich beim amerikanischen Ski-Team, das auch heuer wieder den Österreichern ein Trainingslager in Copper Mountain ermöglicht hatte. „Ohne das wäre diese Fahrt nicht möglich gewesen.“

Und Max Franz, der Neffe von Ex-Abfahrer Werner Franz, war über seinen ersten Stockerlplatz überglücklich. Bislang war er zwei Mal Fünfter gewesen, jeweils im Super-G. „Das ist sensationell, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“ Also staunte er.

Spielverderber

Während Kröll und Franz noch so vor sich hinstaunten, raste bereits der schnellste Schnauzbart der alpinen Gegenwart den Berg herunter. Und Aksel Lund Svindal, der einer der ersten war, der den Movember im Skiweltcup verbreitet hat und so für ein höheres Gesundheitsbewusstsein im männlichen Teil der Bevölkerung wirbt, gab in der Tat jede Menge Gründe für einen genauen Blick. Denn waren schon zuvor die beiden Österreicher eine Klasse für sich, so galt dies für Svindal umso mehr: 64 Hundertstelsekunden nahm er Max Franz ab, das brachte dem noch 29-Jährigen den sechsten Sieg in einer Weltcup-Abfahrt; Weltmeister war er ja schon 2007 in Åre. Nur einer hätte ihn noch gefährden können – sein norwegischer Landsmann Kjetil Jansrud, doch der verlor nach Zwischenbestzeiten noch zu viel Zeit.

Ob Benjamin Raichs Start am Samstag der Weisheit letzter Schluss war, wird sich kommende Woche bei der nächsten – ungleich schwierigeren – Abfahrt in Beaver Creek weisen. Schon am Sonntag dürfte der Pitztaler weiter vorne klassiert sein als auf Platz 35, denn ab 19 Uhr wird Super-G gefahren (live ORF eins). Doch wie sagte Aksel Lund Svindal noch gleich? „Im Super-G bin ich eigentlich noch stärker als in der Abfahrt.“

Abfahrt in Lake Louise    
1.  Aksel Lund Svindal (NOR)      1:48,31  Min.
2.  Max Franz (AUT)               01:49,0 +0,64 Sek.
3.  Klaus Kröll (AUT)             01:49,0 0,66
Marco Sullivan (USA)          01:49,0 0,66
5.  Tobias Stechert (GER)         01:49,2 0,85
6.  Erik Guay (CAN)               01:49,5 1,17
7.  Guillermo Fayed (FRA)         01:49,5 1,21
8.  Dominik Paris (ITA)           01:49,6 1,24
9.  Kjetil Jansrud (NOR)          01:49,6 1,28
10.  Johan Clarey (FRA)            01:49,8 1,53
11.  Florian Scheiber (AUT)        01:49,9 1,55
12.  Joachim Puchner (AUT)         01:49,9 1,58
13.  Adrien Theaux (FRA)           01:49,9 1,59
14.  Peter Fill (ITA)              01:50,0 1,65
15.  Johannes Kröll (AUT)          01:50,1 1,78
16.  Andreas Romar (FIN)           01:50,2 1,84
17.  Jan Hudec (CAN)               01:50,2 1,89
18.  Hannes Reichelt (AUT)         01:50,2 1,93
19.  David Poisson (FRA)           01:50,3 1,96
20.  Werner Heel (ITA)             01:50,4 2,06
21.  Stephan Keppler (GER)         01:50,4 2,07
22.  Manuel Osborne-Paradis (CAN)  01:50,4 2,08
23.  Matthias Mayer (AUT)          01:50,5 2,15
24.  Silvan Zurbriggen (SUI)       01:50,5 2,18
25.  Ryan Cochran-Siegle (USA)     01:50,6 2,3
26.  Andrej Sporn (SLO)            01:50,6 2,31
27.  Christof Innerhofer (ITA)     01:50,7 2,35
28.  Patrick Küng (SUI)            01:50,7 2,36
Georg Streitberger (AUT)      01:50,7 2,36
30.  Andrej Jerman (SLO)           01:50,7 2,39
31.  Romed Baumann (AUT)           01:50,8 2,52
weiter:      
35.  Benjamin Raich (AUT)          01:51,1 2,83
38.  Frederic Berthold (AUT)       01:51,3 2,94

Ausgeschieden, u.a.: Mattia Casse (ITA)