Sport/Tennis

Thiem-Manager Straka kritisiert Osaka: "Keine gute Entwicklung"

Sich den Medien zu stellen, könne "sehr unangenehm" sein, aber es gehört zum Tennis dazu, hat der Tennis-Weltranglisten-Erste Novak Djokovic in Belgrad klargestellt. Die Debatte nach dem angekündigten Boykott von Naomi Osaka, die sich weigert, Pressekonferenzen während der French Open abzuhalten, geht weiter. Als Grund hatte sie angegeben, dass sie ihre "mentale Gesundheit" schützen wolle. Seither hagelt es Kritik von allen Seiten.

Djokovic meinte, Osaka habe "wahrscheinlich ihre Gründe", unterstützt das Vorgehen der vierfachen Grand-Slam-Siegerin aber nicht. "Es ist nicht etwas, was man immer genießt, besonders nach Niederlagen. Aber es ist Teil unseres Sports und unseres Lebens auf der Tour." Für ein Nichterscheinen innerhalb von 30 Minuten nach Match-Ende sehen die Grand-Slam-Regeln eine Strafe bis zu 20.000 Dollar vor. Absagegründe sind Verletzungen oder körperliche Gründe, die einen Medientermin unmöglich machen.

"Ist nicht die Realität"

Auch Thiem-Manager Herwig Straka unterstützt Osaka nicht. "Das ist definitiv keine gute Entwicklung. Gerade ein Grand Slam ist eine gute Plattform, um sich auch Medien zu präsentieren. Die Möglichkeiten mit diesen Sportlerinnen und Sportlern zu reden, werden ohnedies immer rarer", nahm der Steirer auf APA-Anfrage klar Stellung. "Ich sehe es als falsche Entwicklung, dass die Sportler nur noch über ihre 'social media accounts' kommunizieren, weil das ist letztlich brain washed. Es ist nicht die Realität, sondern nur eine einseitige Kommunikation."

Die Frauen-Spielerorganisation WTA äußerte sich bereit zu einem Dialog mit Osaka und betonte, dass sie die mentale Gesundheit ganz oben anstellt. "Die WTA führt gerne einen Dialog mit Naomi (und anderen Spielerinnen) um die mögliche Annäherungsweise zu diskutieren", so die WTA in einer Aussendung. Allerdings würden professionelle Athleten auch eine Verantwortung gegenüber ihrem Sport und ihren Fans haben, zu den Medien um ihren Wettkampf herum zu sprechen. "Es gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Perspektive und ihre Geschichte zu schildern."