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Formel 1: Erneut Proteste gegen Bahrain-GP

Der Formel-1-Grand-Prix kommende Woche in Bahrain steht neuerlich unter keinem guten Stern. 2011 war die Veranstaltung nach einer gewaltsamen Niederschlagung des Arabischen Frühlings abgesagt worden, im Vorjahr aber trotz anhaltender politischer Proteste durchgezogen worden. Auch in der kommenden Woche werden in Sakhir 30 km südlich der Hauptstadt Manama die Motoren aufheulen.

Dabei gibt es auch in diesem Jahr teils gewaltsame Proteste gegen das Rennen. Laut der Menschenrechts-Organisation "Human Rights Watch" wurden in dieser Woche in verschiedenen Gemeinden rund um die Strecke insgesamt 20 oppositionelle Aktivisten verhaftet. Die Regierung des autoritären Königreichs im persischen Golf wies Berichte über Festnahmen in den vergangenen Tagen und Wochen dagegen zurück.

Auch am Freitag organisierte die Opposition Kundgebungen, um auf den dringenden Reformbedarf hinzuweisen. Diese sollen von mehreren tausenden Menschen unterstützt worden sein und noch zehn Tage (bis 22. April) dauern - und damit auch rund um den Grand Prix am 21. April fortgesetzt werden. Die Initiative steht unter dem Slogan: "Demokratie, das ist unser Recht."

Medieninteresse

Schon im Vorjahr hatten Oppositionelle das Medieninteresse an der Formel 1 für ihre Zwecke genutzt - zum Teil mit friedlichen Demonstrationen, in vereinzelten Fällen aber auch mit tätlichen Übergriffen. Wegen Sicherheitsbedenken verzichtete etwa das Team Force India auf das zweite freie Training am Freitag, um seine Crew rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit ins Hotel zu bringen.

2013 haben sich die Rennställe mit diesem Thema bisher nur bedingt auseinandergesetzt. "Ich habe schon genug Probleme mit meinen Fahrern", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner vor dem dritten Saisonrennen am Sonntag in Shanghai schmunzelnd. Zwischen Weltmeister Sebastian Vettel und seinem Stallrivalen Mark Webber herrscht spätestens seit einer vor drei Wochen in Malaysia von Vettel missachteten Teamanweisung Eiszeit.