Sport/Motorsport

Ein Co-Pilot trotzt Schicksalsschlag

Nichts konnte Mark Zambon erschüttern. Der US-Amerikaner war ein Marine wie aus dem Actionfilm: kurzes Haar, sportliche Figur, das Gewehr lässig über die Schulter gehängt. Einsatzgebiete: Irak, Afghanistan. Vier Mal wird der Bomben-Techniker in den Jahren 2007 bis 2010 bei Explosionen verletzt, er verliert Teile seiner Finger, nicht aber seine Liebe zum gefährlichen Job.

Doch der 11. Jänner 2011 verändert alles. In Afghanistan steigt der heute 28-Jährige auf eine Sprengladung. „Unter meinen Füßen ist die Bombe detoniert“, erzählt Zambon. „Mir hat es beide Beine oberhalb der Knie abgetrennt.“

Der Weg zurück ins Leben ist lang. Zambon wird nach San Diego überstellt. Sein rechter Arm ist mehrfach gebrochen. Als der Gips abgenommen wird, ist er völlig entkräftet. „Ich habe es nicht geschafft, meinen Rollstuhl die Steigung zum Spitalseingang zu schieben“, sagt er. Zambon beginnt zu trainieren – und setzt sich ein Ziel: den Gipfel des Kilimandscharo.

Er testet verschiedene Bein-Prothesen, entscheidet sich dann für ein Modell ohne Kniegelenk und wird dadurch um 45 Zentimeter kleiner. Er schwimmt, läuft, betreibt Yoga – und steht 18 Monate nach seinem Unfall auf dem höchsten Berg Afrikas. „Da habe ich beschlossen, dass meine Behinderung nicht mein Leben bestimmen wird.“

Heute ist Zambon da, wo selbst Top-Athleten nur selten hinkommen. Als Co-Pilot des Briten Benjamin Gott in einem 280-PS-Wildcat bei der Rallye Dakar. „Allein das Aussteigen oder das Gehen im Sand ist nicht einfach“, sagt er. Auf den führenden Peterhansel (F) fehlen dem Team Race2Recovery mehr als 15 Stunden. Doch ums Gewinnen geht es Zambon nicht. „Eine Herausforderung wie die Dakar lässt uns als Individuen wachsen.“