Sport/Fußball

Salzburg müht sich zum Heimsieg gegen Ried

In Wals-Siezenheim ist man gastfreundlich. In der Red-Bull-Arena werden vor dem Anpfiff immer beide Spielhälften gewässert. Das soll das schnelle Spiel unterstützen. Diesem haben sich ja nicht nur die Salzburger verschrieben, sondern auch die Rieder, deren Trainer ja zwei Jahre bei Red-Bull als Assistent von Ex-Coach Roger Schmidt lernen durfte, wie der Fußball Marke "Rangnick" funktioniert.

Die Kopie machte es dem Original auch alles andere als einfach. In der ersten Viertelstunde waren die Rieder sogar spielbestimmend. Salzburg hatte Probleme mit dem intensiven Pressing der Gäste. Immer wieder wurden die Angriffsbemühungen des Tabellenführers schon im Anfangsstadium unterbunden.

Den Tabellenführer zeichnet aber seit Wochen eine besondere Qualität aus: Immer wird die erste herausgespielte Chance genützt. Keita spielte Sabitzer herrlich frei, dessen Stanglpass verwertete der heranstürmende Keita – 1:0 (15.).

Standard-Führung

Die Salzburger erzielten in der 30. Runde bereits zum 21. Mal das erste Tor einer Partie. An der Spielcharakteristik änderte die Führung aber nichts. Ried blieb in einem flotten Spiel lebendig und gefährlich. Doch belohnen konnten sich die Gäste für ihr Engagement nicht.

Im Gegenteil: Der Titelverteidiger betätigte sich als Meister der Effizienz. Nach der zweiten herausgespielten Chance stand es 2:0: Nach einem Keita-Steilpass ließ Soriano Ried-Keeper Gebauer keine Chance (40.).

Nach der Pause kam das Spiel nicht mehr so richtig auf Touren, vielleicht auch, weil der Rasen in der Pause nicht noch einmal eingewässert wurde. Beide Teams neutralisierten einander mit ihrer ähnlichen Spielweise.

Salzburg schien auf einen ungefährdeten Sieg hinzusteuern – bis Ilsanker den Ball vertändelte. Der eingewechselte Perstaller nützte die erste Offensivaktion in Hälfte 2 zum Anschlusstor und machte die Partie wieder spannend (72.).

Ellbogencheck

Kurz danach übersah das Schiedsrichterteam einen Ellbogencheck von Filipovic gegen Djuricin im Rieder Strafraum (76.). Ein Elfmeter und wohl auch die Rote Karte wären zu geben gewesen.

Fünf Minuten später hätte Torjäger Soriano die Partie entscheiden müssen, traf allerdings nur die Stange. Deshalb mussten die Salzburger weiter zittern, brachten den vierten Heimsieg in Folge mit einigem Bauchweh vor dem Grödig-Auswärtsdoppel (am Dienstag im Cup-Semifinale, am Samstag in der Bundesliga) allerdings doch noch ins Ziel.

Wals-Siezenheim, Red-Bull-Arena, 9.687, SR Harkam

Tore:
1:0 (15.) Keita
2:0 (40.) Soriano
2:1 (72.) Perstaller

Salzburg: Gulasci - Schmitz, Ilsanker, Hinteregger, Ulmer - Lazaro (68. Minamino), C. Leitgeb, Keita, Berisha (78. Bruno) - Soriano, Sabitzer (71. Djuricin)

Ried: Gebauer - Reifeltshammer, Trauner, Filipovic - Lainer, Ziegl (90. Kreuzer), Polverino (70. Perstaller), Elsneg (85. Fröschl), Kragl - Walch, Thomalla

Gelbe Karten: keine

Tabelle

Adi Hütter (Trainer Salzburg): "Es war ein schmutziger, dreckiger Sieg. Nach 15 Minuten haben wir Zugriff auf das Spiel bekommen und zwei schöne Tore erzielt. Wir konnten leider die Leistung in die zweite Halbzeit nicht mehr mitnehmen. Da hatten wir überhaupt keinen Zugriff. Vor allem haben wir es nicht geschafft, einen ordentlichen Konter zu spielen, das hat mich sehr geärgert. Uns hat heute auch ein wenig die Frische gefehlt. Es waren in dieser Phase der Meisterschaft drei wichtige Punkte."

Jonatan Soriano (Torschütze Salzburg): "Das war heute ein sehr schwieriges Spiel, wir haben alles gegeben. In dieser Phase der Meisterschaft sind es drei sehr wichtige Punkte. Ried hat ein gutes Spiel abgeliefert, mit dem Tor haben sie sehr viel Druck gemacht."

Ralf Rangnick (Sportdirektor Salzburg): "Die Mannschaft hat heute zwei Gesichter gezeigt. Wenn sie mit Tempo und Spielwitz agiert, hat sie auch ihre Chancen. Unser Spiel nach vorne ist stabil, wenn der Gegner allerdings den Ball hat, dann noch nicht. Wir bekommen eindeutig zu viele Gegentore. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir den Titel verteidigen. Das ist auch unser Anspruch. Die nächsten drei Spiele sind enorm wichtig und richtungsweisend."

Oliver Glasner (Trainer Ried): "Meine Mannschaft hat 90 Minuten gut mitgespielt, die Leistung war summa summarum großartig. Die ersten 15 Minuten waren das Beste, was ich von meiner Mannschaft in dieser Saison gesehen habe. Sie hat auch nach dem 0:2 nie aufgesteckt und immer versucht, nach vorne zu spielen. Letztendlich haben Kleinigkeiten entschieden und auf dem Niveau, wo sich Red Bull bewegt, entscheiden nun einmal Kleinigkeiten."

Julius Perstaller (Torschütze Ried): "Wir haben nie den Glauben an uns verloren. Sogar die Chance auf den Sieg war da. Nur Red Bull Salzburg verzeiht keine Fehler. Im Gegensatz zu uns haben sie ihre Chancen eiskalt genutzt."