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Doping: RUSADA-Chef rechnet mit Olympia-Ausschluss 2020 und 2022

Der Leiter der russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA) geht davon aus, dass sein Land von den Olympischen Spielen 2020 und 2022 ausgeschlossen wird. Das sagte RUSADA-Chef Juri Ganus in Erwartung einer ersten Entscheidung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) bezüglich der mutmaßlich gefälschten Daten des Moskauer Doping-Analyselabors.

"Die russische Olympiamannschaft wird nicht komplett an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen können, und ich denke, dass das auch in China der Fall sein wird. Die Athleten werden nicht unter ihrer Flagge und komplett in Tokio teilnehmen, das ist das, was ich denke", sagte Janus am Mittwoch zur AFP. Die Teilnahme russischer Athleten auf "Einladung" und unter neutraler Flagge wie bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang hält er aber auch für die Sommerspiele 2020 in Tokio für möglich. 2022 ist Peking Gastgeber der Winterspiele.

Manipulation(en) 

Weitere Sanktionen gegen das bereits wegen des weitreichenden Staatsdopingskandals von zumindest 2011 bis 2015 vorbelasteten Landes könnten neben Geldstrafen der neuerliche Entzug von Großveranstaltungen in Russland und Ausschluss russischer Funktionäre sein. Die WADA untersucht aktuell die mögliche Manipulation von Labordaten aus den Jahren 2012 bis 2015, die Russland heuer erst mit gehöriger Verspätung an sie übermittelt hat.

Im September hatte die RUSADA die Russen aufgefordert, die von ihr im großen Stil vermuteten Manipulationen zu erklären. Zuletzt hatte Ganus angegeben, dass die Verfälschungen nicht versehentlich passiert sein könnten. In den vergangenen drei Jahren sei das wohl von jemandem veranlasst worden. Er wisse aber nicht, wer konkret dahinterstecken könnte, so Ganus. Die RUSADA habe jedenfalls alles getan, um den sauberen Sport besser zu schützen und einen Ausweg aus der Krise zu finden - "trotz aller Widerstände gegen uns".