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Tennis-Legende Agassi: Ein Paradiesvogel und Überflieger wird 50

Als Andre Agassi mit 15 Jahren sein Profi-Debüt gab, sorgte er nur für Kopfschütteln. Paradiesvogel, noch der höflichste Ausdruck, er wurde genannt. Zwar ein talentierter Paradiesvogel, aber eben einer, den man lange Zeit nicht ernst nahm. "Ich konnte am Anfang nichts mit ihm anfangen", erinnert sich sein Weggefährte Boris Becker (52).

Heute wird Andre Agassi 50. Und die große Gratulantenschar (nicht nur Becker) zeugt davon, dass irgendwann aus dem Paradiesvogel der große Überflieger wurde. Insgesamt stand der Amerikaner 101 Wochen an der Spitze, ist damit im ewigen Ranking die Nummer 9. Erstmals Nummer 1 war er vor ziemlich genau 25 Jahren, 1996 wurde er einmal von Thomas Muster abgelöst. Er holte sich aber den Thron immer wieder zurück.

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Karriere Slam

Acht Grand-Slam-Titel holte Agassi, was besonders beeindruckend ist: Er ist einer der wenigen Spieler, die alle vier Majors (Australian- und French Open, Wimbledon und US Open) gewann. Das schafften neben ihm seit Beginn der Profi-Ära (1968) nur Rod Laver sowie mit Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic die zuletzt drei überragenden Spieler.

Becker wagte dennoch einen Blick zurück, warum er Agassi zunächst weniger lieb hatte. "Du hast dein Image gepflegt und agiert, als sei dir wichtiger, wie du bei den anderen ankommst, und nicht, wie du wirklich bist. Das war mir suspekt", richtete er eine Grußbotschaft aus. Vor allem seine Liebe zum Fast Food sorgte unter Sportlern für Entsetzen.

Agassi setzte sich durch. Auch, wenn man ihn einmal kaum erkannte. 1995 ließ er Federn, und zwar alle, tauchte auf einmal kahl geschoren auf. Keine Haare mehr (die meisten waren eh künstlich), aber ein gefundenes Fressen für die Presse. Und seine Beziehungen waren das sowieso.

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Auch Schauspielerin Brooke Shields gehörte zu den Auserwählten. Nach zwei gescheiterten Ehen fand er das große Glück und heiratete 2001 den deutschen Superstar Steffi Graf. Und so ganz No-Agassi-Like verlief diese Ehe bis heute skandalfrei und harmonisch.

Die Talfahrt war da längst überwunden. 1997 nahm er das Aufputschmittel Crystal Meth. Und war sportlich im Niemandsland. Doch was bislang spielerisch gegangen war, holte er sich mit Kampfgeist zurück – den Erfolg.

Als er 2006 zurücktrat, hinterließ er eine Lücke. Als Sportler und Mensch.

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