Politik/Inland

Strache mit 99,23 Prozent wiedergewählt

Nach seiner Wiederwahl am Sonntag zum Landesparteiobmann der Wiener Freiheitlichen ist die Marschroute für Heinz-Christian Strache klar. Er will den Angriff starten, um nach den Wiener Landtags- und Gemeinderatswahlen im nächsten Jahr anstelle von Michael Häupl (SPÖ) als erster FPÖ-Bürgermeister im Amt zu sitzen. Wenn der Sprung ganz nach oben nicht gelingt, will Strache auf das Mitregieren verzichten. Zumindest schon jetzt ist er "stolz darauf", dass er beim Landesparteitag am Sonntag mit 99,23 Prozent der Delegierten-Stimmen als Vorsitzender der Wiener FPÖ bestätigt wurde. Das ist praktisch das gleiche Ergebnis wie beim vergangenen Wahlgang 2012, als ihm 99,21 Prozent der Delegierten die Stimme gaben.

Was sich der freiheitliche Bundesparteiobmann bei den Wiener Wahlen erwartet, hat er unmissverständlich formuliert. "Heute findet der Startschuss statt, dass wir eines in Angriff nehmen, nämlich das historisch beste Ergebnis für die FPÖ in Wien. 30 bis 40 Prozent brauchen wir, um Häupl und Rot-Grün zu überwinden", betonte Strache. Sollte dieses Kunststück tatsächlich gelingen, besteht seiner Ansicht nach die Chance, die politische Ausgrenzung zu beenden. Dann könne man Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) in Pension bzw. "auf die Mariahilfer Straße zum Spazieren gehen schicken" und Bürgermeister Häupl demokratiepolitisch mit einem "nassen Fetzen", so Strache im O-Ton, verjagen.

"Sumpf trockenlegen"

Strache bat die Nichtwähler, diesmal unbedingt zur Wahl zu gehen. Denn nur so könne der "rot-grüne Sumpf trocken gelegt werden", meinte der neue, alte Landesparteichef. Strache wolle der Sozialdemokratie die Hand reichen, aber nur "aus einer Position der Stärke", füge er hinzu. In seiner fast einstündigen Rede ging Strache auf seine Leibthemen ein. Er warnte vor radikalen Salafisten, Kriminalität in der U-Bahn oder einer unkontrollierten Zuwanderung. Außerdem kritisierte er die Schikanen für Autofahrer und forderte von Bürgermeister Häupl die Angelobung von Maximilian Krauss als freiheitlichen Stadtschulrats-Vizepräsidenten. Das sei ein Rechtsanspruch, betonte Strache. Häupl hat Krauss bisher abgelehnt.

Wenig beeindruckt von Straches Vorstellungen und Bürgermeister-Ambitionen zeigte sich die Wiener SPÖ: Landesparteisekretär Georg Niedermühlbichler richtete der FPÖ aus, sie habe sich ohnehin bereits selbst disqualifiziert. Strache sah er bestenfalls als "Party-Bürgermeister von Ibiza" geeignet. Auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos schlug vor: "Bademeister von Ibiza statt Bürgermeister von Wien - das wäre die perfekte Alternative für Strache. Immerhin ist er dort fast so häufig anzutreffen wie in Wien."