Politik/Inland

Strache: "Ich bin im Herzen bei Pegida"

Beim traditionellen Neujahrstreffen der FPÖ im Austria Center in Wien hat Parteichef Heinz-Christian Strache am Samstag seine Anhänger auf das "Superwahljahr" 2015 eingeschworen. Zentrales Thema seiner Rede war - neben den anstehenden Urnengängen - die Gefahr des radikalen Islamismus: "Wir haben entschieden gegenzusteuern - und die Bedrohung ernst zu nehmen", sagte er vor rund 3000 Gästen.

"2015 wird unser freiheitliches Jahr."


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Den Beginn seiner knapp eineinhalbstündige Rede widmete Strache den anstehenden Gemeinderats- und Landtagswahlen im heurigen Jahr: "Ich bin davon überzeugt, das Jahr 2015, das wird unser freiheitliches Jahr", sagte er. Die Bundesregierung - "ein Verwalter des Elends" - würde Österreich nicht aus der Krise herausführen, sondern "die Krise durch das Land führen", so Strache. Er wolle den Menschen wieder Hoffnung geben - und appelliere daher auch an die Nichtwähler, zur Urne zu schreiten.

Scharfe Angriffe richtete Strache an SPÖ-Chef Werner Faymann und dessen "Ausgrenzungspolitik", die Landeshauptmann Hans Niessl im Burgenland schon relativiert habe: "Das zeigt, dass diese Ausgrenzungspolitik des Werner Faymann zu bröckeln beginnt. Werner Faymann ist längst überholt, er gehört eigentlich auf den Müllhaufen der politischen Geschichte zurückgeworfen".

"Schicken wir Michael Häupl in Pension."


Einmal mehr untermauerte Strache seinen Anspruch auf den Bürgermeistersessel von Wien: "Ja, ich will Bürgermeister werden, das ist mein erklärtes Ziel für dieses Jahr." Zum Amtsinhaber fand er harte Worte: "Seine Zeit ist abgelaufen, unsere Zeit steht bevor." Denn "dieser grantige alte Mann im Rathaus hat unser Wien schon lange genug heruntergewirtschaftet. Schicken wir Michael Häupl in Pension."

Breiten Raum widmete Strache den Terror-Anschlägen in Paris, ein Thema, dass er mit einer Trauerminute im Austria Center einleitete. "Man muss endlich den Mut haben, die richtigen Schlüsse zu ziehen", sagte der FPÖ-Chef. "Seit über zehn Jahren warne ich vor diesen dramatischen Fehlentwicklungen", vor radikalem Islamismus. Der Regierung warf er Untätigkeit in diesem Bereich vor.

"Das sind keine Gotteskrieger, das sind Teufelskrieger."


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Radikal-islamistische Strömungen hält Strache für die drängendsten Probleme unserer Zeit: "Das ist der Faschismus unserer Zeit, wo man mutig entgegen treten muss." Einmal mehr forderte er die Umlegung des "Söldnerparagrafen" auch auf all jene Personen, die als Kämpfer etwa für die Terror-Miliz Islamischer Staat gekämpft haben: Diesen müsste - wie auch bei Eintritt in fremde Armeen - die Staatsbürgerschaft entzogen werden. "Das sind keine Gotteskrieger, das sind Teufelskrieger" und "Bestien", die Andersgläubige "brutalst umbringen, weil sie nicht in ihr krankes, totalitäres, faschistoides Weltbild passen", so Strache.

Viel Zustimmung bekam Strache für sein Bekenntnis zur deutschen Anti-Islam-Bewegung: "Ich bin im Herzen bei Pegida", rief er. Denn man solle nicht so tun, "als hätte der Islam nichts mit Islamismus zu tun". Gleichzeitig warnte er davor, Muslime unter "Generalverdacht" zu stellen: "Es ist unsere Aufgabe, Muslime vor dem radikalem Islamismus zu schützen", sagte Strache.