Politik/Inland

Start für die Laptop- und Tabletklassen

Das Übertreiben sei nicht seine Art, so Bildungsminister Heinz Faßmann bei einer Pressekonferenz am Mittwoch - aber was nun komme, sei der größte Digitalisierungsschub, den es je an Österreichs Schulen gegeben habe.

150.000 Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Schulstufen bekommen ab Herbst 2021 Laptops oder Tablets - 93 Prozent der Schulen (das sind 1.502 Schulen der Sekundarstufe I) nehmen teil; im Burgenland und Tirol sind es sogar alle Schulen, in Vorarlberg nur 82 und in Salzburg 86 Prozent. Es müssen aber nicht immer alle Klassen an einem Standort mitmachen.

Die Schulen mussten dafür ein Digitalisierungskonzept vorlegen, außerdem brauchte es einen Beschluss der aus Eltern, Lehrern und Schülern bestehenden Schulpartnerschaftsgremien.

Auch die Lehrkräfte in den Laptop- und Tabletklassen werden mit digitalen Endgeräten ausgestattet. Mitteilungsheft, Tafelkreide und Overhead-Projektor sollen damit der Vergangenheit angehören.

Seitens der Schüler/Eltern ist ein Nutzungsanteil von 25 Prozent des Gerätepreises zu bezahlen. Dafür gehen die Geräte ins Eigentum der Schüler über. Ein Antrag auf Befreiung in besonderen Fällen ist möglich.

Insgesamt werden dafür 250 Mio. Euro ausgegeben. "Das ist nach der Einführung des Gratisschulbuchs sicher eine der größten Veränderungen, die an der Schule stattfindet", so Bundeskanzler Sebastian Kurz, der gemeinsam mit Faßmann vor die Medien trat.

Von den Mühen der Ebene berichtete der Direktor des Diefenbach-Gymnasiums, Helmut Langegger, an dessen Schule die Pressekonferenz stattfand: An den Schulen stünden nun bauliche Maßnahmen am Programm - etwa die Schaffung von genügend Steckdosen in den Klassen. Außerdem brauche man Router und Firewalls, die man aber finanziert bekommen habe.

Die Laptop- und Tabletklassen sind ein Teil des 8-Punkte-Plans für die Digitalisierung der Schule. Angestrebt wird eine flächendeckende Umsetzung des digital unterstützten Lehrens und Lernens und eine breitflächige Implementierung "innovativer Lehr- und Lernformate".

Die anderen sieben Punkte sind:

- Portal digitale Schule (PoDS). Das PoDS bietet Schülern, Lehrern und Eltern eine einheitliche Plattform mit "Single-Sign-On-Funktionalität" für alle wesentlichen Anwendungen im Schulalltag sowie eine effiziente Suche nach Lehr- und Lernmaterialien.

- Einheitliche Kommunikationsprozesse an jedem Schulstandort. Schulleitungen werden dabei unterstützt, den Prozess zur Vereinheitlichung der Plattformen an ihrem Standort zu begleiten.

- Massive Open Online Courses (MOOCs) im Rahmen der Fort- und Weiterbildung von Lehrern.

- Ausrichtung der Eduthek nach Lehrplänen. Die Eduthek ist seit April 2020 online und wird seither kontinuierlich mit Inhalten für Lehrer und und Schüler erweitert. Derzeit sind rund 1.000 Lernmaterialien verfügbar.

- Gütesiegel für Lern-Apps als Orientierung bei der Auswahl am Markt befindlicher Produkte.

- Ausbau der schulischen Basis-IT-Infrastruktur. Alle Bundesschulen erhalten eine auf Glasfaser basierende Breitbandanbindung am jeweiligen Standort und adäquates WLAN in allen Unterrichtsräumen bis 2023.

- Digitale Endgeräte für Lehrkräfte. Im Rahmen der Geräteinitiative werden auch drei Geräte für Pädagoginnen und Pädagogen in den teilnehmenden digitalen Klassen zur Verfügung stehen. Bereits in den Sommermonaten wird ein Gerät je Schulstandort für die mit dem Gerätemanagement befasste Lehrkraft zur Verfügung stehen.