Politik/Inland

Sparpaket: Missmut deutlich gestiegen

Die Zeit heilt keine Wunden. Im Gegenteil: Sie erzeugt neue. So könnten die Ergebnisse der jüngsten OGM-Umfrage im Auftrag des KURIER zum Sparpaket gesehen werden.
Grund: Seit Verkünden des Paketes Anfang Februar stieg die Zahl derer, die sich davon betroffen fühlen von 50 auf 66 Prozent. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer: "Zwei von drei Österreichern fühlen sich stark betroffen und sind dem Sparpaket gegenüber nicht positiv eingestellt. Das ist eine signifikante Zunahme."

Bachmayer erklärt das Ergebnis mit einem "Sickerprozess". Unter denjenigen, die das Sparpaket jetzt negativer sehen, seien sicher Personen, die das Kürzen der Bausparprämie verärgert oder frustriert habe. "Man muss relativieren: Es geht dabei um 18 Euro pro Jahr weniger. Es ist bemerkenswert, welche negativen Reaktionen das Thema unabhängig von seiner Bedeutung erzeugt hat. Dabei gibt es sicherlich Belastungen, die nicht so rasch zu erkennen sind, weitaus stärker wirken aber zu weniger Reaktionen geführt haben."

Lastenverteilung

Alle Inhalte anzeigen

Der zweite negative Punkt betrifft die ständige Versicherung der Politik, die Lasten seien gleich verteilt. Das glauben nur 24 Prozent der Befragten. 58 Prozent glauben vielmehr, das Sparpaket gehe zulasten der Schlechterverdienenden. Auffallend dabei: 60 Prozent der SPÖ-Anhänger und FPÖ-Anhänger sowie 62 Prozent jener mit Grüner Parteipräferenz sehen das so, aber nur 24 Prozent derer mit ÖVP-Präferenz. Bachmayer führt diesen "Ausreißer" auf die von der ÖVP propagierte Solidaritätsabgabe zurück.

Generell zeige das Ergebnis, "dass das Misstrauen überwiegt. Die gebetsmühlenartigen Beschönigungen der Politik können die Menschen nicht nachvollziehen". Dazu gebe es mittlerweile neue Unsicherheiten wegen möglicher weiterer Banken­hilfen.

Bachmayers Fazit: "Die Menschen haben jetzt mehr Informationen, fühlen sich stärker betroffen, es verschlechtert sich die Stimmung." Es bestehe der Eindruck "dass die Krot noch nicht gegessen ist".