Politik/Ausland

Russland will bei Bau von Waffensystem mit Türkei kooperieren

Im Streit mit den USA um den Verkauf des Raketenabwehrsystems S-400 an Ankara schließt Moskau nicht aus, Teile davon gemeinsam mit der Türkei zu produzieren. Das sei über ein Abkommen mit Russland möglich, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau der Nachrichtenagentur Tass zufolge.

Nur Einzelteile möglich

Allerdings: "Eine umfassende gemeinsame Produktion aller S-400-Komponenten ist ausgeschlossen. Es handelt sich um ein hochmodernes Waffensystem." Möglich sei nur, einige Einzelteile gemeinsam herzustellen.

Die USA wollen verhindern, dass die Türkei das russische S-400-System kauft. Sie fürchten, dass Russland darüber an sensible Daten über die Fähigkeiten des US-Kampfjets F-35 gelangen könnte. Die Türkei hatte zuletzt klargestellt, dass sie nicht vom Kaufvertrag mit Russland abrückt und weitere Käufe nicht ausschließt.

Bündnis auf der Kippe

Mit Blick auf das NATO-Bündnis hatte US-Vizepräsident Mike Pence Anfang April in Washington gesagt: "Die Türkei muss wählen: Will sie ein entscheidender Partner des erfolgreichsten Militärbündnisses der Weltgeschichte bleiben, oder will sie die Sicherheit dieser Partnerschaft riskieren, indem sie unverantwortliche Entscheidungen trifft, die dieses Bündnis untergraben?"

Die US-Regierung will der Türkei ihr Flugabwehrraketensystem Patriot verkaufen. Die Türkei kritisierte bisher jedoch, dass das Angebot aus den USA schlechter sei als das russische. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Montag nach einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan in der russischen Hauptstadt gesagt, es gebe mit Blick auf die Lieferung moderner russischer Militärtechnik weitere "vielversprechende Projekte".