Politik/Ausland

Anschlag in Tunis: Video zeigt unbekannten Dritten

An dem Attentat auf das Bardo-Nationalmuseum in der tunesischen Hauptstadt Tunis soll, wie die BBC jetzt berichtet, noch eine dritte, bisher unbekannte Person beteiligt gewesen sein. Der mutmaßliche Täter sei noch nicht gefasst. Der Anschlag hatte kürzlich 21 Menschen - 20 Touristen und einem Polizisten - das Leben gekostet (mehr dazu hier).

Auch das tunesische Innenministerium veröffentlichte Überwachungsbilder des Anschlags, auf dem insgesamt drei Personen zu sehen sind. Die bereits bekannten Attentäter gehen dabei durch die Räume des Nationalmuseums, vermummt und bewaffnet mit Sturmgewehren – die dritte Person taucht dabei nur kurz auf: Die beiden Täter richten kurz ihre Gewehrläufe auf den ihn, lassen ihn aber weitergehen.

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Sicherheitsmängel

Tunesiens Präsident Beji Caid Essebsi hat indessen Sicherheitsmängel eingeräumt. "Es gab Defizite", sagte Essebsi dem französischen Magazin Paris Match am Samstag. Polizei und Geheimdienste seien "nicht systematisch genug" vorgegangen, um die Sicherheit des Museums zu gewährleisten. Zugleich betonte er aber, dass die Sicherheitskräfte "sehr effektiv reagiert" und dem Anschlag schnell ein Ende bereitet hätten. Dadurch seien dutzende weitere Todesopfer verhindert worden, da die Attentäter ihre Sprengstoffwesten nicht mehr hätten zünden können.

Wachmänner waren nicht am Posten

Ein ranghoher tunesischer Politiker hatte am Freitag erklärt, dass die Wachmänner, die das Museum und das nahegelegene Parlament schützen sollten, zum Zeitpunkt des Anschlags nicht auf ihren Posten waren. Von vier Polizisten seien zwei in einem Cafe gewesen, der dritte habe sich etwas zu essen geholt und der vierte sei gar nicht zum Dienst erschienen.

Bei dem Attentat, zu dem sich die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) bekannte, waren am Mittwoch unter anderem Touristen aus Italien, Japan, Frankreich, Spanien und Polen getötet worden. Die bewaffneten Angreifer, zwei junge Tunesier, wurden von der Polizei erschossen. Bei einer landesweiten Razzia wurden am Samstag mehr als 20 Verdächtige festgenommen. Zehn seien vermutlich direkt in den Angriff auf das Nationalmuseum von Bardo verwickelt, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Samstag. "Dies ist eine großangelegte Kampagne gegen die Extremisten."