Meinung

Migrantische Maskenmuffel und Mängel in der Polit-Kommunikation

Als in Wien kurz vor Ostern die Maskenpflicht auf so manch öffentlichem Platz eingeführt wurde, nährte die Auswahl selbiger einen schwerwiegenden Verdacht: Ausgerechnet an jenen Plätzen, die vermehrt von Zuwanderern frequentiert werden, galt die Pflicht nicht. Die Frage ist so unbequem wie die mögliche Antwort: Scheut die Stadt etwa die Auseinandersetzung mit den migrantischen Maskenmuffeln?

Tatsache ist, dass die Corona-Regeln von Bundes- und Landespolitik bei einem großen Teil der Migranten nicht fruchten.

Das mag kulturelle Gründe haben. (Die WHO warnte übrigens erst unlängst vor den Corona-Gefahren des Ramadan, weil das Fasten den Körper schwäche.) Unter Garantie hat es soziale und ökonomische Gründe. Wer in beengten Wohnverhältnissen lebt und prekär arbeitet, der tut sich schwerer, die Regeln einzuhalten. Homeoffice ist da nicht mehr als eine Illusion.

Das Problem ist aber nicht zuletzt eines der politischen Kommunikation. Wenn sich Bund und Länder nun bemühen, die Corona-Infos in möglichst viele Sprachen zu übersetzen und sogar eigene Integrationsbotschafter aussenden, ist das nicht mehr als ein Placebo.

Nur Bittsteller

Denn: Dass sich die Politik mit ihren Botschaften ernsthaft an Zuwanderer wendet, hat in diesem Land kaum Tradition. Zu lange wurden Migranten vom politischen System nur als (lästige) Bittsteller wahrgenommen – Stichwort Mindestsicherung. Kein Wunder. In manchen Wiener Bezirken ist nicht einmal die Hälfte der

Einwohner wahlberechtigt und für Politiker vieler Couleur daher kaum relevant. Das Vertrauen der Migranten in die Institutionen, zu denen sie keine Berührungspunkte haben, ist dementsprechend gering.

Rasche Lösungen für das Problem wird es nicht geben. Vielleicht kann die Pandemie aber ein Umdenken bewirken – wenn man merkt, dass es manchmal doch auf das Miteinander aller ankommt.