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Genießer

Es war möglich, den Sportlern direkt ins Gesicht zu schauen, während sie mit 140 km/h zur Landung ansetzten.

Peter Pisa
über die nordische Ski-WM

Begonnen haben die Skispringer damit. Seit Jahren sagen sie in diverse ORF-Mikrofone, nein, nein, es gehe ihnen gar nicht ums Gewinnen. Es zähle vor allem der Genuss: Den nächsten Sprung mache man, um zu genießen. Na, sicher nicht.

Bei den Live-Berichten aus Falun war es möglich, den Sportlern direkt ins Gesicht zu schauen, während sie mit 140 km/h zur Landung ansetzten. Wohlbehagen strahlte keines aus. Das Märchen vom Genuss hat den Sportlern wahrscheinlich jener Spindoktor eingeredet, der auch verantwortlich ist, dass sie Flügel mit V schreiben müssen.

Und jetzt wurde ein Langläufer infiziert: Er startete in der Königsdisziplin, "weil ich genießen will".

50 Kilometer. Bei Schneegestöber. Am Sonntag. Im Ziel fielen fast alle um. Nicht so der Österreicher. Er wurde Achtundzwanzigster. Im Rennen war er nach 15 km gestürzt, dabei brach ein Skistock, sodass ihm zum Weiterlaufen nur einer blieb. Der Genießer hatte es sich zusätzlich ... gemütlich gemacht. Es wird viele Neider geben.