Meinung/Kolumnen/Anstoss

Bayrisches Catenacci

Eine Weltmarke soll den Bayern auf der Flucht vom Schickimicki zum echten Schick helfen.

Günther Pavlovics
über deutschen "FC Hollywood"

Übrigens: Bayern München hat am Mittwoch 6:1 gegen Porto gewonnen und steht im Halbfinale der Champions League.

Ab circa 21 Uhr war in den sogenannten sozialen Medien der Spielverlauf nur noch Nebensache. Der Verlauf des Risses der Hose von Bayern-Trainer Pep Guardiola bestimmte Tweets und Postings. Die Laufwege von Müller und Kollegen wurden unwichtig.

War dieser Riss ein schlechtes Zeichen für die Bayern? Die werden wohl in Deutschland als " FC Hollywood" bezeichnet, aber auf internationaler Bühne fehlt ihnen zu den ganz Großen noch etwas Stil und Schick.

Dafür sollte zumindest auf der Trainerbank der weltgewandte Guardiola sorgen. Ob auf dem Spielfeld Ribéry und Robben so stylish sind wie Cristiano Ronaldo oder Bale, sei dahingestellt. Ob Steuerbetrug zum guten Stil gehört, wurde gerichtlich beantwortet, Wurstfabrikant Uli Hoeneß musste ins Gefängnis und wurde zum Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden des FC Bayern München.

Eine Weltmarke soll den Bayern auf der Flucht vom Schickimicki zum echten Schick helfen: Giorgio Armani durfte den Bayern die Lederhosen ausziehen. Dass Armani bei diesem "Skandal ums Hosi" aus dem Schneider ist, wurde am Donnerstag bekannt. Der Anzug soll von der Firma Dsquared² stammen, einer Modemarke der kanadischen Designer Catenacci. Den "Paris Suit" gibt es um weltmännische 1245 Euro.