Meinung

Gruselig allein reichte nicht

Die Grenze, bis zu der sich niemand für zuständig erachtete

Ricardo Peyerl
über die Bluttat am Brunnenmarkt

Was auch immer bei der Untersuchung durch die vom Justizminister eingesetzten "SOKO Brunnenmarkt" herauskommt – eine Konsequenz ist dringend geboten: Polizei und Justiz müssen derart massiv verhaltensauffällige Menschen einem Screening unterziehen und sie notfalls für eine begrenzte Zeit aus dem Verkehr ziehen können. Freilich mit entsprechend fundierter Behandlung samt positiver Perspektive bei Eintritt der angestrebten Wirkung. Und zwar unabhängig davon, ob bereits eine mit mehr als einjähriger Freiheitsstrafe bedrohte Tat verübt worden ist. Das war bisher die Grenze, bis zu der sich niemand für zuständig erachtete. Deshalb konnte es passieren, dass alle – inklusive der Polizisten im Grätzel – "den Francis" kannten und sich vor seinen Auszuckern gruselten, aber keinen handfesten Grund zum Einschreiten hatten.