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Understanding China, Teil 1

Verständlich? Nein. Lustig? Keineswegs. Seltsam? Auf jeden Fall.

Mag. Evelyn Peternel
über chinesischen Humor

Hallo, Guangzhou: 12 Millionen Einwohner, der Großraum ganze 40, damit eine der größten wirtschaftlich verflochtenen Agglomerationen der Welt. In Europa kennt die Stadt dennoch kaum jemand – irgendwie ein passender erster Zielpunkt für eine Reise, die das Motto „Understanding China“ trägt.

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Die Reisegruppe, der das Verstehen hier nähergebracht werden soll, besteht aus etwa 15 Journalisten und Wissenschaftlern, die auf Einladung des Brüsseler Think TanksMadariaga und dem Think Tank der chinesischen KP zehn Tage lang China von innen kennenlernen dürfen. Auch die KP dürfen wir ein bisschen beschnuppern: Strukturen und Reformbestrebungen der Führung in Peking sollen wir so besser verstehen lernen, verspricht zumindest die Einladung.

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Wie das genau von statten gehen wird, ist mir – und dem Rest – noch nicht ganz klar; das Programm klingt ein wenig technisch: Morgen geht’s nach Foshan City (nur sieben Millionen Einwohner und hier ums Eck), davor dürfen wir noch mit einem Offiziellen sprechen. Danach gibt’s eine Betriebsbesichtigung – man wird sehen.

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Deshalb gibt’s hier zum Auftakt auch noch Profanes: ein paar Eindrücke aus dem abendlichen Guangzhou (schließlich sind wir gerade erst angekommen) sowie die Frage, was den chinesischen Humor vom europäischen unterscheidet. Ein Kollege aus Ungarn, der beruflich viel mit Chinesen zu tun hat, hat zur Veranschaulichung folgenden Witz erzählt: „Drei Chinesen liegen nebeneinander im Gras. Einen davon juckt es am Knie – er kratzt sich so lange, bis der Juckreiz nachlässt. Danach bedankt sich der neben ihm liegende Mann: „Danke, dass Du mir das Knie gekratzt hast!“

Verständlich? Nein. Lustig? Keineswegs. Seltsam? Auf jeden Fall. Sowohl der Kollege aus Ungarn als auch der Rest der anwesenden Europäer konnte den Witzgehalt in der Erzählung nicht ausmachen. Weitere Suchanfragen im Internet (ich konnte mich kaum an andere Suchmaschinen erinnern, Google hat hier ja nicht viel zu melden) bestätigen meine Verwirrung nur weiter – humorlose Witze durch die Bank. „Understanding China“ passt also auch hier; möglicherweise bin ich ja nach zehn Tagen unter Chinesen etwas schlauer.