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Moosbeerensauce und Plum Pudding

Warten auf das Christkind, Santa Claus oder El Niño manuelito – eine vorweihnachtliche Reise rund um den Globus.

Die meisten Menschen feiern Weihnachten mit ihrer Familie und ihren Freunden. Für Gläubige ist Weihnachten, neben Ostern und Pfingsten, eines der wichtigsten Feste im Jahr. Um die Zeit bis zum heiligen Abend zu verkürzen, gibt es neben dem Adventkranz auch den Adventkalender. Im 19. Jahrhundert wurde der Kalender als Zählhilfe verwendet. Manche Familien hängten auch 24 Bilder an die Wand oder malten 24 Kreidestriche an die Tür, von denen die Kinder täglich einen wegwischen durften. Später entstand die Tradition der Adventskerze, die mit 24 Strichen gekennzeichnet war und jeden Tag ein Stückchen weiter abgebrannt wurde.

Brauchtum In Island kennt man die Legende von dreizehn koboldartigen Gesellen, die an den dreizehn Tagen vor Weihnachten heimlich auftauchen sollen und jedem Kind Zeugnis über sein Betragen ablegen. War das Kind brav, findet es jeden Tag eine kleine Überraschung in seinen Schuhen. War das Kind schlimm, bekommt es keine Geschenke, sondern nur Kartoffeln.

Am 25. Dezember

In England und Amerika wird Weihnachten erst am Morgen des 25. Dezember gefeiert. Die Kinder stürmen ins Wohnzimmer, wo sie ein geschmückter Weihnachtsbaum und Geschenke erwarten. Der 26. Dezember heißt in Großbritannien „Boxing Day.“ An diesem Tag werden meist Verwandte und Freunde besucht und mit kleinen Mitbringseln in Schachteln beschenkt.

Der Brauch entstand vor langer Zeit, als Adelige ihren Bediensteten an diesem Tag  kleine Geschenke in Schachteln (Boxes) überreichten. In Irland ist es Tradition, am Weihnachtsabend eine Kerze ins Fenster zu stellen, die als Einladung für alle Menschen gelten soll, die hungrig und obdachlos sind.  Ähnlich wie Maria und Josef, die sich auf Herbergsuche befanden.

Auch in Amerika ist Weihnachten ein familiäres Fest, zu dem alle zusammenkommen. Das  Weihnachtsessen besteht typischerweise aus gebratenem Truthahn mit Moosbeerensauce (Cranberrysauce) und als Dessert sind Kuchen oder Pudding klassisch (Christmas Pie oder Plum Pudding). Anders als bei uns das Christkind, verbreitete sich in Amerika die Geschichte von Santa Claus, der am Nordpol lebt. Zu Weihnachten fliegt er in einem Schlitten, der von seinen Rentieren, Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen gezogen wird und verteilt Geschenke.  Etwas später kam in einem Gedicht auch der rotnasige Rudolph vor, der Vorlage für das bekannte Weihnachtslied war.

Ganz anders ist Weihnachten in Südamerika. In Peru, zum Beispiel, warten die Kinder sehnsüchtig auf „ El Niño manuelito“ – ein Junge namens Manuel – der die Geschenke bringt. In der Nacht von 24. auf 25. Dezember wird Punkt Mitternacht auf das Fest angestoßen. Kurz danach essen viele Familien Panettone, ein Kuchen der an und für sich aus Italien kommt. Dazu gibt es heiße Schokolade.

Hexen und Bäume

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Während wir uns im Dezember auf Geschenke freuen, müssen italienische und spanische Kinder etwas länger warten. Der Sage nach fliegt in Italien erst in der Nacht von 5. auf 6. Jänner die gute Hexe Befana von Haus zu Haus und verteilt ihre Geschenke. Man sagt, die Hexe soll durch die Hirten von der Geburt Jesus erfahren haben, brach aber zu spät auf und verpasste daher den Stern, der sie zur Krippe bringen sollte. Seither ist sie auf der Suche und macht sich jedes Jahr zur selben Zeit auf den Weg, in der Hoffnung, dass eines der Kinder der kleine Jesus ist.

Auch wenn Traditionen kulturbedingt verschieden sind – Weihnachtsbäume gehören fast überall dazu. Aber woher kommt dieser Brauch? „Seit dem frühen 19. Jahrhundert gehört eine Tanne oder Fichte zum Weihnachtsfest dazu“, erzählt Christbaumzüchter Karl Schuster. Früher glaubten die Menschen daran, dass sie sich durch die  Lebenskraft der grüne Pflanze Gesundheit ins Haus holen.

Weihnachten wird zwar überall ein bisschen anders gefeiert, doch es ist immer das  Fest der Liebe.

Luciafest: Lussekatter, Glögg und tausend helle Lichter

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In Schweden ist der erste Höhepunkt der Vorweihnachtszeit das Luciafest oder Lichterfest, das am 13. Dezember gefeiert wird.

„Mädchen ziehen weiße Kleider an und tragen einen Lichterkranz auf dem Kopf und es wird gesungen“, erzählt Robert Nedoma vom Institut für Skandinavistik der Universität Wien. In den Haarkranz werden Preiselbeerzweige eingeflochten und oben auf werden brennende Wachskerzen befestigt. Traditionell gibt es an diesem Tag in Schweden überall würzigen Glögg (Glühwein), der auch zu Weihnachten getrunken wird. Es duftet nach Süßigkeiten wie „Lussekatter“ (Luciakatzen), einer Mehlspeise mit Rosinen und Mandeln.

Geschichte  „Aufzeichnungen zufolge fiel der 13. Dezember seit dem 16. Jahrhundert immer auf den kürzesten Tag im Jahr“, erklärt Nedoma. Daher feierte man ursprünglich die Wintersonnenwende, woraus dann der Luciatag entstand. Erinnert werden soll an diesem Tag an die heilige Lucia, die in der christlichen Tradition die Lichtgestalt verkörpert, die Wesen wie Geister und Hexen vertreibt, die zu einer wilden Jagd ansetzen wollen. Zu Weihnachten erwarten die  Kinder in Schweden dann sehnsüchtig den „Jultomte“, der Geschenke bringt und dabei von den „Tomtebisse“(Heinzelmännchen) tatkräftig unterstützt wird.

13 Tage später

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Viele Familien in Österreich feiern Weihnachten fast zwei Wochen später. Und zwar jene Christen, die zu einer der orthodoxen Kirchen (serbisch, bulgarisch, rumänischm griechisch....) gehören. Diese (Ost-)Kirchen hatten die Kalenderreform unter Papst Gregor im Jahr 1582 nicht mitgemacht. Bei der waren im damaligen Oktober zehn Tage übersprungen worden. Nach dem alten julianischen Kalender ist also erst später Weihnachten.

Etliche Kinder in Österreich haben damit den Vorteil, gleich zwei Mal Weihnachten feiern zu dürfen. Ihre Eltern organisieren das Fest am Beginn der Winterferien, damit ihre Kinder gleich behandelt werden wie ihre Schulkolleg_innen. Und noch ein zweites Mal am Ende der Ferien, dann, wenn nach dem eigenen Kalender das Fest steigen soll(te)!

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