Kolumnen

Kommod

Lockdown war gestern, jetzt, da wir eh alle omikronisiert werden früher oder (nicht) später. Aber Blackout ist heute oder morgen, warnen Experten.

Der Vorgeschmack auf die stromlose Hölle ist der Ausfall des Geschirrspülers. Eine Woche vor Weihnachten. Mit einem Kundendienst im neuen Jahr, der erklärt: Reparatur 500 €, neues Gerät 550 € (Erklärung 99 €). Und einem Händler, der innerhalb zwei Wochen zu liefern verspricht (Rekordzeit in Lieferengpasszeichen).

Seither wird von Hand gewaschen. Täglich vier, fünf Mal. Gefühlte Berge von Geschirr. Jeder gefühlt besonders fettig. Und blutig, wenn ein Glas zerbricht. Mit Wasserschlieren, wenn man nicht sofort trocknet. Mit Schrumpeln an den Fingern. Und zu wenig Waschbecken.

Gab’s tatsächlich eine Zeit vor dem Spüler? Oder leben wir heute nur kommod wie nie zuvor und haben keinen Begriff, was früher war? Das gilt für unser Lockdown- und Corona-Lamentieren vermutlich ähnlich.

anddreas.schwarz@kurier.at@kurier.at