Chronik/Wien

Tränenreicher Freispruch für Fortell

Was anfangs noch nach einem langweiligen Serienteil ausgesehen hatte, entpuppte sich doch noch als recht passables Schauspiel. Am Set, dem Wiener Landesgericht, war am Mittwoch wieder einmal Schauspieler und Serienstar Albert Fortell - verteidigt von Herbert Eichenseder - in der Hauptrolle zu sehen.

Seit Jahren prozessieren Albert und sein Bruder Marius Fortelni um das Erbe der 2007 gestorbenen Mutter Gertrude, Witwe des Schauspielers Bert Fortell. Marius behauptet, Albert habe ihn um seinen Anteil gebracht. Im Zivilprozess unterlag er. Fußend auf einer Anzeige von Marius wirft der Staatsanwalt dem Schauspieler nun vor, Sparbücher und Gegenstände im Gesamtwert von 340.000 Euro verheimlicht zu haben.

Treffen mit Banker 

Im Vorspann trat der Direktor der Raiffeisenkasse Murau in der Steiermark auf, wo die Familie Fortell jahrelang Konten und Sparbücher hatte. Er berichtet unter anderem davon, dass ihn Marius in der Vorwoche um ein Treffen gebeten habe. Als er ablehnte meinte Marius Fortelni, jeder, der seinem Bruder helfe, mache sich schuldig am Betrug.

Dann folgte der Auftritt des Anwaltes von Marius, er selbst war nicht zum Prozess erschienen. Leise und monoton brachte er neue Beweisanträge ein. Unter anderem ging es um den Verbleib von Schmuck, den Wert von Antiquitäten in Fortells Wohnung, eine Öffnung aller Konten der Familie Fortell oder die Ladung von Marika Lichter als Zeugin.

Irgendwann platzte dann Albert Fortell der Kragen. "Jetzt warte ich nur noch, bis ich auch ein Kinderschänder geworden bin. Diese Vorwürfe sind absurd. Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Christian Böhm lehnte sämtliche Anträge ab. Albert Fortell wurde von allen Vorwürfen freigesprochen. Nicht rechtskräftig. Bei der Verkündung des Urteils brach er in Tränen aus und zeigte sich "erschüttert über meinen Bruder".