Chronik/Wien

Bei Verfolgungsjagd beinahe Kind überfahren

Ein VW Passat, der niederösterreichische Kennzeichen aus Pappe montiert hatte, machte Beamte am Freitag gegen 14.30 Uhr in der Adalbert-Stifter-Straße hellhörig.

Als die Polizisten versuchten den Lenker samt Blaulicht aufzuhalten, zeigte sich dieser unbeeindruckt, stieg aufs Gas und raste davon. "Bei der Kreuzung zur Dietmayrgasse missachtete der 22-jährige Lenker das Rotlicht und steuerte mit rund 60 km/h direkt auf ein Kind zu, das gerade einen Zebrastreifen überqueren wollte. Die Polizisten aktivierten das Folgetonhorn, wodurch die Mutter aufmerksam wurde und ihr Kind wegzerren konnte", schildert Polizeisprecherin Irina Steirer.

Der Verkehrsrowdy fuhr dann auf die Brigittenauer Lände, bog in die Lorenz-Müller-Gasse ein, wo er mehrere Fahrzeuge überholte und fuhr dabei sogar auf die Gegenfahrbahn. Bei dem Überholmanöver beschleunigte der Fahrer auf eine Spitzengeschwindigkeit von 90 km/h.

Familie saß im Auto

Als ein weiterer Streifenwagen den VW stoppen wollte, raste dieser frontal auf die Uniformierten zu. "Ein Zusammenprall der Fahrzeuge konnte nur durch ein scharfes Ablenken der Beamten verhindert werden", erzählt Steirer.

Nach rund zehn Minuten war die wilde Verfolgungsjagd vorbei. Als der Fahrer in der Adalbert-Stifter-Straße wegen einer stehenden Kolonne im Nachtmittagverkehr nicht weiterfahren konnte, sprang er samt drei Insassen – seinem Bruder (20), seiner Mutter (45) und deren Lebensgefährte (33) – aus dem Fahrzeug und rannte davon. Die Polizisten konnten den gebürtigen Mistelbacher jedoch festnehmen. Dabei leistete der junge Mann auch noch Widerstand.

Laut Exekutive war der Pkw nicht zugelassen. Außerdem hätte der 22-Jährige bereits seinen Führerschein abgeben müssen. "Der Verdächtige meinte, dass er auch deswegen geflüchtete sei", erklärt Steirer. Alkohol soll nicht im Spiel gewesen sein.

Der Niederösterreicher fasste mehrere Anzeigen aus. Unter anderem wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt.