Chronik/Welt

Streit um das Geld der Prinzessin von Hawaii

Die „letzte Prinzessin von Hawaii“ darf nicht mehr über ihr Vermögen von 215 Millionen US-Dollar verfügen. Ein Richter entschied, dass die 92-jährige Abigail Kawananakoa nicht mehr die geistigen Fähigkeiten habe, das Vermögen (umgerechnet fast 185 Millionen Euro) zu verwalten. Der Richter ernannte die First Hawaiian Bank zu ihrem Treuhänder. Während die meisten Haiwaiianer diese Entscheidung in Ordnung finden und sich freuen, bereiten sich die Rechtsanwälte bereits auf die nächste Schlacht vor. Denn der Richter gestattete der alten Dame ausdrücklich, dass sie ihr Testament selbst bestimmen darf.

Das wiederum freut die 64-jährige Prinzessinnen-Gemahlin, Veronica Gail Worth. Sie kann zwar nicht mehr auf die Konten ihrer Frau zugreifen, darf aber darauf hoffen, dass sie irgendwann das Vermögen erben wird.

Der 50. Bundesstaat der USA war in seiner langen Inselgeschichte immer ein Königreich: Die letzte Prinzessin von Haiwaii ist eine Nachfahrin der letzten Königin, die 1897 von den Amerikanern abgesetzt wurde. Ihr Urgroßvater gehörte allerdings selbst zu den amerikanischen Eroberern der Inselgruppe, die Anfang des 19. Jahrhunderts eigentlich nur an Zuckerrohr interessiert waren. Joseph Campbell war einer der reichsten Zuckerbarone und verheiratete eine seiner Töchter mit einem Prinzen aus dem Königshaus.

Abigail Kawananakoa setzte sich zeitlebens für die Belange der Ureinwohner ein. Sie verhinderte den Bau eines Teleskops auf einem heiligen Berg und gilt als große Stifterin und Bewahrerin der haiwaiianischen Kultur.

Heirat mit 91 Jahren

Als sie im Vorjahr ihre langjährige Freundin zur Frau nahm, brach der Streit los. Die Prinzessin erlitt einen Herzinfarkt, ihr langjähriger Anwalt wurde gefeuert, ebenso die Haushälterin seit 30 Jahren. Veronica Gail Worth wurde vorgeworfen, die alte Dame zu schlagen und hemmungslos ihr Geld abgehoben zu haben. Vor Gericht machte die letzte Prinzessin einen angeschlagenen Eindruck. Den bisherigen Verwalter des Vermögens ersetzte der Richter durch die Bank. Der nächste Streit kommt bestimmt.