Chronik/Welt

Italien: Neue Nummer eins der Cosa Nostra festgenommen

Die Nummer eins der Cosa Nostra, der Mafia auf Sizilien, Settimino Mineo, ist am Dienstag im Rahmen einer ausgedehnten Razzia festgenommen worden. Der 80-Jährige, der offiziell Juwelier ist, habe nach dem Tod des Mafia-Bosses Toto Riina im vergangenen Jahr die Führung der kriminellen Organisation übernommen, berichteten die Ermittler.

Mit Mineo wurden weitere 45 Personen festgenommen, die der obersten Spitze der Cosa Nostra angehören. Der "Boss" hat in der Vergangenheit bereits mehrere Gefängnisstrafen abgesessen. Nach elfjähriger Haft war er vor rund elf Jahren freigekommen. Aus Angst, abgehört zu werden, verwendete er kein Telefon. Den nun Festgenommenen werden unter anderem Erpressungen und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen.

Die Cosa Nostra ist historisch die älteste der italienischen Verbrecherorganisationen. Sie entstand auf Sizilien und hat eine weitgehend hierarchische Struktur mit einem "militärischen" Flügel und einem wirtschaftlichen. Ihr Zusammenhalt stützt sich wesentlich auf einen internen Kodex mit strengen Verhaltensregeln.

Allen diesen kriminellen "Ehrenmännern" gemeinsam ist die ablehnende Haltung gegenüber dem Staat. Sie ist in der Cosa Nostra so stark verwurzelt, dass ein Mitglied, selbst falls es selbst Opfer eines Verbrechens wird, niemals Anzeige erstattet. Die Hauptsitze der Cosa Nostra befinden sich auf Sizilien. Die Organisation zählt rund 5.500 Clan-Mitglieder und 180 Cosa-Nostra-Familien. Das Einflussgebiet erstreckt sich in Italien auf Sizilien, Apulien sowie Mittel- und Norditalien.