Chronik/Österreich

Salzburg freut sich über Nashorn-Nachwuchs

Das Salzburger Nashorn-Baby ist gesund, es trinkt, scheint sich wohlzufühlen und wirkt fotogen. Heute, Mittwoch, wurde das Jungtier im Zoo Salzburg erstmals und besonders behutsam der Öffentlichkeit vorgestellt. Streng bewacht von seiner tonnenschweren Mutter hat der 50 Kilo schwere Jungbulle seine erstes Fotoshooting gut überstanden.

"Nashörner neigen wie alle Wildtiere im Stress zu Kurzschlussreaktionen", erklärte Tierpfleger Andreas Gfrerer im Gespräch mit der APA. "Besonders Muttertiere sind unberechenbar, und das kann gefährlich werden und zudem die Bindung zwischen Mutter und Kind belasten, das wollen wir auf keinen Fall." Kameraleute und Fotografen ohne Blitz wurden heute Vormittag daher nur einer nach dem anderen in möglichster Ruhe ins Nashornhaus gelassen, um jegliche Aufregung zu vermeiden.

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Die Mutter, das afrikanische Breitmaulnashorn "Tamu", hat am vergangenen Karsamstag nach einer Tragezeit von 505 Tagen ihr Baby zur Welt gebracht. Das Kleine, für das es noch keinen Namen gibt, wird jetzt ein halbes Jahr ausschließlich gestillt, dann wird es beginnen, Schritt für Schritt ein wenig Gras zu fressen, bis es nach rund zwei Jahren in die Selbstständigkeit entlassen wird.

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"Der natürliche Sprung hat nicht funktioniert", erklärte Zoo-Direktorin Sabine Grebner. Da habe man mit einer künstlichen Befruchtung nachgeholfen. Der Vater heißt "Athos", von ihm stammt auch der Samen für eine weitere Nashorn-Schwangerschaft im Zoo Salzburg. Auch die Kuh "Yeti" ist trächtig, ihre Niederkunft wird ebenfalls heuer erwartet. "Wir sind stolz für unseren Nashorn-Nachwuchs", so Grebner, "diese Nachzüchtungen sind für den Artenschutz außergewöhnlich bedeutend." Der Zoo Salzburg engagiert sich zusammen mit der internationalen Zoo-Gemeinschaft für den Schutz und die Erhaltung von Breitmaulnashörnern, deren Fortbestand aufgrund der Wilderei bedroht ist.