Chronik/Niederösterreich

"Schnarchstadt" ist längst auf dem Weg zur Boomstadt

30 Jahre nach der Hauptstadtgründung ist in St. Pölten ein völlig neues Selbstbewusstsein zu spüren. Früher noch als Schnarchstadt verschrien, sagt Bürgermeister Matthias Stadler heute diesen Satz: "Die Landeshauptstadt soll als politischer, kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt des Bundeslandes Niederösterreich weiter ausgebaut werden." Dass man optimistisch und selbstbewusst in die Zukunft blickt, spiegelt sich auch im Stadtentwicklungskonzept wider. Bis 2025 geht man von einer Bevölkerungszunahme von zuletzt 53.629 auf 60.000 bis 65.000 Einwohner aus.Entwicklungspotenzial gebe es vor allem zwischen der Altstadt und dem Universitätsklinikum. "Es geht um Verdichtung", sieht der Bürgermeister Möglichkeiten für Tausende Wohnungen. Diese will die Stadt in den nächsten Jahren entwickeln.

Hochwertig

Als eines der "Zukunftshoffnungsgebiete" bezeichnete Stadler das Areal der ehemaligen Glanzstoff-Fabrik, auf dem rund 1500 Wohnungen entstehen sollen. Daneben sind die Kopalkaserne, die WWE-Gründe und der Voith-Sportplatz als Entwicklungsflächen vorgesehen. Am Standort der Kaserne wolle der Betreiber eine "hochwertige Gewerbe- bis Technologieparknutzung", im nördlichsten Teil des Areals wäre Wohnbau möglich. Am Voith-Platz werde untersucht, inwieweit sich der Standort für Wohnraum eignen könnte, sagte Stadtplaner Jens de Buck. 300 bis 500 Wohneinheiten könnten jedenfalls auf dem Areal entstehen, auf dem Kempes und Co. einst für Begeisterungsstürme der Fußballfans sorgten. 370 Hektar an Baulandreserven stehen der Stadt derzeit noch zur Verfügung.

Grünzonen sollen aber erhalten bleiben. Flächen wie die bei den Viehofner Seen bleiben unangetastet.