Chronik/Niederösterreich

Drohbriefe/Pralinen: Tischler hat Angst um Familie

Drei verdächtige Pralinen und ein Drohbrief sind der bisherige Höhepunkt eines irren Psychoterrors. Karl Hobel aus Martinsberg im Waldviertel ist nervlich am Ende: „Ein Kuvert steckte hinter dem Scheibenwischer meines Autos. Als ich es öffnete, musste ich sofort an die Vergiftung des ehemaligen Spitzer Bürgermeisters denken“, sagt der geschockte Tischlermeister. Er sieht Parallelen zum Fall Hirtzberger. Ob auch seine Pralinen vergiftet sind, ist noch unklar.

Schon zum fünften Mal sind Tischler Hobel und seine Familie die Adressaten eines anonymen Briefeschreibers. „(...) ihr sollt von Martinsberg verschwinden.“ oder „Dies ist die letzte Warnung“, musste er lesen. „Die Drohungen werden immer aggressiver. Ständig muss ich mit der Angst leben, dass meiner Familie irgendetwas zustößt“, sagt der ehemalige Feuerwehrkommandant.

Polizei und die Staatsanwaltschaft haben Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen Drohung aufgenommen. Ob sich tatsächlich Gift in den drei Pralinen befunden hat, müssen noch Untersuchungen klären. Bis die Laborergebnisse vorliegen, wird es noch dauern, „weil chemische Reaktionen abgewartet werden müssen“, sagt ein Sprecher des Bundeskriminalamtes. Der Tischler vermutet einen Zusammenhang mit seiner Ex-Funktion als Kommandant. „Ich bin zurückgetreten, weil ich für einen Fehlbetrag nach einem Fest nicht verantwortlich sein wollte und Anzeige erstattet habe“, sagt Hobel. Laut Staatsanwaltschaft sind die Untersuchungen ergebnislos eingestellt worden.