Chronik/Niederösterreich

Bootsunglück: Suche nach Vermisstem wird fortgesetzt

Nach einem Bootsunfall auf der Donau bei Schönbühel (Bezirk Melk) am Samstagnachmittag (siehe Bericht unten) hat ein nach Polizeiangaben 71 Jahre alter Mann am Montag weiterhin als vermisst gegolten. Die Suche nach dem Verunglückten, die bisher ergebnislos verlief, werde seitens des Donaudienstes Mautern auch in den folgenden Tagen verstärkt fortgesetzt, hieß es in einer Aussendung.

Der Unfall hatte sich im Bereich der Grimsinger Au ereignet, wo ein mit fünf Personen besetztes Ruderboot gegen die Bugseite eines Schubverbandes gedrückt wurde. Während sich ein Quartett schwimmend ans Ufer rettete, fehlt von dem 71-Jährigen seither jede Spur.

Zum Unfallhergang am Samstag gegen 13.45 Uhr berichtete die Landespolizeidirektion NÖ, dass ein stromaufwärts fahrender Schubverband von einem Passagierschiff im Bereich der Donauengstelle "Kuh & Kalb" überholt worden war. Die Sportbootbesatzung, in die Gegenrichtung unterwegs, habe durch Gegenrudern anzuhalten versucht, um den Überholvorgang bzw. das Freiwerden der Schifffahrtsrinne abzuwarten. Durch die in diesem Bereich starke Fließgeschwindigkeit wurde das Ruderboot jedoch vermutlich durch das Zusammenwirken der Bugwellen der beiden Großschiffe gegen die Bugseite des Schubverbandes gedrückt, wodurch es kenterte.

"Wir sprechen immer wieder Warnungen aus, leider hören uns die Menschen oft nicht zu und sind extrem leichtsinnig." Robert Enzinger von der Wasserrettung Krems war mit seinem Team am Samstagnachmittag nur ein paar hundert Meter von der Unglücksstelle entfernt, als auf der Donau bei Schönbühel im Bezirk Melk ein Sportboot kenterte. Fünf Personen stürzten ins Wasser, vier konnten sich aus eigener Kraft ans Ufer retten. Sie erlitten einen schweren Schock und mussten von Rettungskräften erstversorgt werden.

Heckwelle

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Ein etwa 70-jähriger Mann wurde von der Strömung abgetrieben. Dutzende Feuerwehrleute, Rettungsschwimmer und auch ein Hubschrauber suchten nach dem Pensionisten.

"Das Boot ist in die Heckwelle eines Frachtschiffes geraten und plötzlich in zwei Teile zerbrochen", berichtet Enzinger. Die Personen dürften keine Schwimmwesten getragen bzw. mitgeführt haben.

Risiko

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"Die Leute riskieren einfach zu viel. Sie fahren mit ihren Sportbooten mitten in den Bereich hinein, der eigentlich für die Schifffahrt vorgesehen ist. Es ist für mich ein Wunder, dass noch nicht viel mehr passiert ist", sagt Enzinger.

Die groß angelegte Suche nach dem Vermissten mit insgesamt 60 Feuerwehrleuten gestaltete sich jedenfalls sehr schwierig. Zum einem ging ein schweres Gewitter im Bezirk Melk nieder‚ zum anderen ist die Strömung auf der Donau sehr stark. Am Sonntagvormittag gab die Feuerwehr bekannt, dass die Suche vorerst ergebnislos abgebrochen wurde.