Chronik/Burgenland

Tourismusdirektor für EU-Austritt

Für helle Empörung und Aufregung sorgt ein Facebook-Eintrag des Direktors des Verein Regionalmarketing für Bad Tatzmannsdorf und das Südburgenland, Dietmar Lindau. Er wird nämlich das Volksbegehren (24. Juni bis 1. Juli ) für den Austritt aus der EU unterschreiben. Diese Meinung sei "ganz einfach und natürlich erklärbar". Heute, so schreibt der Touristiker, sei die Landwirtschaft abhängig von genverseuchten-Saatgut-Weltmonopolisten... Gier sei der Antrieb der Monopolisten, der Globalisierung und Ausbeutung der Natur und des Menschen. Dann fragt er auf Facebook weiter: "welche Region auf Erden braucht das?" Veränderung sei angesagt. Ein Grund mehr ab 24. Juni für einen Austritt aus der EU zu unterschreiben, erklärt Lindau.

"Das ist meine ganz persönliche, private Meinung. Das hat mit Bad Tatzmannsdorf überhaupt nichts zu tun. Das hab’ ich als Dietmar Lindau gesagt", erklärt der Tourismusdirektor im KURIER-Gespräch. Tatzmannsdorf habe wie so viele andere Orten Subventionen (25,4 Millionen Euro in den vergangenen 15 Jahren für den Kurort) von der EU bekommen. Es sei viel passiert. "Aber was ich in der EU jetzt abspielt da ist von Einigkeit nichts mehr zu spüren. Wer für sich so eine Entscheidung treffe, sei vielleicht eine Möglichkeit, dass sich etwas ändert. Denn: "Die EU ist angetreten europaweit einen großen Wirtschaftsraum in Europa mit Kraft zu entwickeln. Das war die Mission. 20 Jahre später stellt sich die Frage, wo stehen wir in Europa heute. weit davon entfernt." Dass mit seiner Unterschrift für das Volksbegehren ein schiefes Licht auf ihn werfe, damit rechnet er: Das wird sicher kommen."

Der designierter Tourismuslandesrat Alexander Petschnig will nicht viel dazu sagen. "Das ist die persönliche Meinung des Herrn Lindau. Wir von der FPÖ unterschreiben das Volksbegehren nicht." (Noch)Tourismuslandesrätin Landesrätin Michaela Resetar war nicht erreichbar. Aus ihren Büro hat es geheißen: "Frau Landesrätin Resetar ist nicht zu sprechen. Sie ist einfach nicht da."

"Blödsinn"

Wibag-Direktor Franz Kast, er ist für Tourismus zuständig, zeigt sich hingegen empört: "Wenn ich etwas zu reden hätte, müsste Herr Lindau sofort zurücktreten." Es sei anscheinende dem Tourismusdirektor nicht bewusst, dass er eigentlich von der EU lebt. Und zur privaten Meinung von Lindau: "Diese Argumentation ist ein Blödsinn."