Chronik

12.000 Euro "weggeronnen"

Durstige Hunde scheint der Gebrauchshundeverein in Klagenfurt zu betreuen. Denn abgesehen von den Tieren benötigt man das Wasser auf dem Areal im Stadtteil St. Ruprecht nur für zwei Toiletten, ein Waschbecken und einen Geschirrspüler. Dennoch sprengt eine Nachzahlungs-Aufforderung von 12.000 Euro sämtliche Vereinsbudgets, denn statt der üblichen 40 Kubikmeter Wasser soll das 287-Fache verbraucht worden sein. Zwei externe Prüfer orteten das Leck nicht, dennoch beharren die Stadtwerke (STW) auf ihrer Forderung.

11.500 Kubikmeter Wasser sollen im jährlichen Abrechnungszeitraum geronnen sein. Wohin, weiß niemand. Seit vor zwei Monaten die Rechnung eingetroffen ist, haben eine externe Firma sowie ein beeideter Sachverständiger der Versicherung die Leitungen auf Lecks überprüft. "Gefunden wurde nichts, die Versicherung zahlt auch nicht. Wir sind ein ehrenamtlicher Verein mit 300 Mitgliedern. Die Forderung der Stadtwerke ist für den Verein existenzbedrohend", betont Obfrau Inge Berger. Die Causa liegt nun bei der Volksanwaltschaft in Wien. Von dort heißt es, man müsse erst prüfen, ob ein Einschreiten möglich sei. "Bei den Klagenfurter Stadtwerken handelt es sich um eine AG. Wir dürfen nur Verwaltungsbehörden prüfen."

"Kontrolle unmöglich"

Inge Berger deponiert, dass der Verein gar keine Möglichkeit hätte, einen plötzlichen Anstieg des Wasserverbrauchs zu bemerken. "Der Wasserzähler befindet sich in einem Schacht außerhalb des Grundstücks, das wir von der Stadt gepachtet haben. Natürlich könnte man den Eisendeckel zum Schacht entfernen und den Verbrauch kontrollieren. Aber rein rechtlich gesehen, haben nur die Stadtwerke Zugang."

Das bestätigt STW-Sprecher Harald Raffer. Er betont aber auch, dass man in Absprache mit seinen Mitarbeitern natürlich stets Kontrollen durchführen könne.

"Bedienungsfehler"

Der Fehler sei aber an anderer Stelle und beim Hundeverein selbst zu suchen. "Wir gehen davon aus, dass der hohe Wasserverbrauch auf einen Bedienungsfehler der Absperrventile zurückzuführen ist. Das Wasser ist weggeronnen. Dieses Problem ist bei dem Verein bereits drei Mal aufgetreten und wir haben stets gewarnt, dass ein größerer Schaden entstehen könnte", stellt Raffer klar.

Man werde einen Nachlass von 30 Prozent und eine zinsenfreie Ratenzahlung über zehn Jahre gewähren. "Wenn ich das unterschreibe, kommt es einem Schuldeingeständnis gleich", winkt Berger ab. Da sie eine Manipulation des Zählers vermutet, will sie Anzeige gegen unbekannt erstatten.